Freigang und Urlaub: Hafterleichterung für Ex-Terrorist Klar
zuletzt aktualisiert: 16.02.2007 - 11:02Hamburg/München (RPO). Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar kann offenbar damit rechnen, dass seine Haftbedingungen deutlich gelockert werden. Einem Medienbericht zufolge soll er zunächst Ausgang erhalten. Später seien auch Urlaube und Freigang im offenen Vollzug denkbar. Klar ist seit 24 Jahren in Haft. Er hat beim Bundespräsidenten ein Gnadengesuch gestellt.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ist Ende Februar im Gefängnis Bruchsal (Baden-Württemberg) eine "Vollzugsplankonferenz" anberaumt, auf der über Schritte zur Lockerung der Haftbedingungen für Klar entschieden werden soll.
Grundlage ist ein Gutachten des Freiburger Kriminologen Helmut Kury. Er war zu dem Schluss gekommen, dass von dem seit 24 Jahren inhaftierten Klar keine Gefahr mehr ausgeht. Laut "Spiegel" kann der Ex-Terrorist mit Ausgang rechnen, später könnten Urlaube und Freigang im offenen Vollzug hinzukommen.
Im Fall Klar liegt Bundespräsident Horst Köhler ein Gnadengesuch vor. CSU-Generalsekretär Markus Söder forderte dazu im Nachrichtenmagazin "Focus": "Keine Gnade für RAF-Terroristen, die ihre Taten nicht bereuen."
Ein Überlebender eines RAF-Attentats von 1977, der heute 67-jährige Kaufmann Rolf F., sagte dem "Focus", die Täter der RAF hätten "keine Gnade verdient". Rolf F. war 1977 von zwei RAF-Terroristen in seinem Frankfurter Waffenladen überfallen worden. Die Täter zertrümmerten den Schädel des Mannes und raubten 21 Pistolen und Revolver.
Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, mahnte, die Opfer der RAF stärker zu beachten. Die RAF habe eine "Blutspur der Gewalt quer durch Deutschland hinterlassen", erklärte der CDU-Politiker.
Als "unerträglichen Gedanken" bezeichnete Wulff, dass "Kriminelle" von Talkshow-Redaktionen geradezu hofiert würden, obwohl sie bis heute kein eindeutiges Wort von Reue und Bedauern geäußert hätten.
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