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Staatsakt für verstorbenen FDP-Politiker
Lindner vermisst Genschers Stimme in der Flüchtlingspolitik

Hans-Dietrich Genscher: Staatsakt in Bonn
FDP-Chef Christian Lindner. FOTO: dpa, frg tmk
Berlin. Vor dem Staatsakt für Hans-Dietrich Genscher an diesem Sonntag hat FDP-Chef Christian Lindner die Politik des früheren Außenministers gelobt und die Europa-Politik von Kanzlerin Merkel (CDU) kritisiert.

"Hans-Dietrich Genschers Stimme fehlt in der aktuellen Flüchtlingspolitik", sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). "Seine Maxime war immer: Deutschland hat eine besondere Verantwortung für die kleinen Partner in Europa, eine der stärksten Nationen der Europäischen Union ist in besonderer Weise zur Rücksichtnahme verpflichtet."

"Merkel hat einseitig auf Erdogan gesetzt", kritisiert Lindner

Im Zuge der Flüchtlingskrise habe Deutschland diese Traditionslinie verlassen und Alleingänge unternommen. "Frau Merkel hat einseitig auf Herrn Erdogan gesetzt", sagte Lindner. "Das hat zur Isolation Deutschlands in Europa geführt."

Er vermisse aber auch den Menschen Genscher, sagte Lindner. "Er war für die FDP eine Ikone und gleichzeitig ein herzlicher Mensch", sagte Lindner. "Er war nahbar - und deshalb für unsere Partei so etwas wie ein väterlicher Freund, der bis zum Schluss immer Anteil an unserer Entwicklung genommen hat. Genscher hat noch am Tag nach den letzten Landtagswahlen bei mir angerufen und sich herzlich gefreut."

Der FDP-Politiker Genscher war am 31. März im Alter von 89 Jahren gestorben.

(dpa)
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