Er will nicht mehr kandidieren: Hans Eichel macht Schluss
zuletzt aktualisiert: 18.04.2008 - 12:26Kassel (RPO). Hans Eichel (SPD) beendet seine politische Karriere. Der 66-jährige Abgeordnete will nicht mehr für den Bundestag 2009 kandidieren. In der Regierung Schröder hatte er das Finanzministerium geleitet. Zeitweise erfreute er sich als "Eiserner Hans" großer Popularität, wurde später jedoch als "Schulden-Hans" verspottet.
Eichel erklärte der Nachrichtenagentur AP, dass er aus Altersgründen als Bundestagsabgeordneter aufhören will.
"Man soll dann aufhören, bevor die Leute anfangen zu fragen, wann man gehen will", erklärte der frühere hessische Ministerpräsident. Er werde sich aber weiter politisch engagieren.
Der frühere Gymnasiallehrer aus Kassel hatte seine politische Karriere im Stadtparlament gestartet. Von 1975 bis 1991 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. 1989 wurde der "Kasseläner" zum Landesvorsitzenden der hessischen SPD gewählt. Eichel war von 1991 bis 1999 Ministerpräsident von Hessen. Nach dem Wahlsieg von Roland Koch (CDU) wurde Eichel am 11. März 1999 Nachfolger des zurückgetretenen Bundesfinanzministers Oskar Lafontaine. Nach der Bundestagswahl 2005 musste Eichel das Finanzressort an seinen Parteifreund Peer Steinbrück abgeben.
Im November 2005 verabschiedete er sich aus dem SPD-Vorstand und arbeitete als einfacher Bundestagsabgeordneter weiter: 2002 zog er über die hessische SPD-Landesliste in den Bundestag ein, bei der Wahl 2005 errang er ein Direktmandat in seinem Wahlkreis Kassel. Als Mitglied des Europa-Ausschusses im Bundestag wandte er sich besonders der Europapolitik zu.
Seit Juli 2006 leitet Eichel das Lissabon-Netzwerk der Sozialdemokratischen Partei Europas (PES). Die Runde, in der alle sozialdemokratischen Arbeits-, Sozial-, Finanz- und Wirtschaftsminister der EU-Staaten versammelt sind, dient der Koordinierung von deren Wachstumspolitik. Eichel sagte der AP, in dem Lissabon-Netzwerk engagiere er sich weiter unter anderem dafür, die Steueroasen trockenzulegen. Europapolitik sei seine politische Leidenschaft. Er schloss aus, dass er für das Europa-Parlament kandidieren wird. "Da sollte man mit 66 nicht neu antreten", sagte er.
Er werde der SPD in Hessen weiter zur Verfügung stehen, erklärte der frühere Ministerpräsident. Außerdem sei er im Hochschulrat Kassel und im Beirat der Kasseler Huskies.
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