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Hans-Peter Friedrich
CSU-Politiker will christliche Flüchtlinge gesondert unterbringen

Hans-Peter Friedrich fordert Sonderunterbringung für christliche Flüchtlinge
Der CSU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich hat gefordert, in Flüchtlingsunterkünften Christen und Muslime getrennt unterzubringen. FOTO: dpa, nie pzi wst
Berlin. Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) hat gefordert, dass christliche Flüchtlinge, die sich in deutschen Sammelunterkünften bedroht fühlen, das Recht auf eine getrennte Unterbringung bekommen. "Wir haben als christliches Abendland die Verpflichtung, den verfolgten Christen beizustehen", sagte Friedrich weiter.

"Wer als Christ vor islamischen Terroristen flieht, um Schutz in unserem Land zu finden, darf in den Flüchtlingsunterkünften nicht neuen Diskriminierungen und Schikanen ausgesetzt werden", sagte Friedrich der "Welt". Es sei "naiv bis ignorant", anzunehmen, dass alle übrigen Flüchtlinge, die die deutsche Grenze überquert hätten, "plötzlich vom Geist der abendländischen Toleranz erfüllt" seien. 

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen in einigen Flüchtlingsunterkünften in den vergangenen Tagen war die Forderung erhoben worden, Flüchtlinge nach Religion und Herkunft zu trennen. Dieser unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) geäußerte Vorschlag stieß allerdings parteiübergreifend auf Kritik.

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Der Sprecher der SPD-Konservativen im Seeheimer Kreis, Johannes Kahrs, forderte in der "Welt" von den Flüchtlingen die Anerkennung der in Deutschland geltenden Werte. Wer sich daran halte, sei willkommen. "Wer die Gleichstellung von Mann und Frau nicht akzeptiert, wer Minderheiten nicht schützen, wer Lesben und Schwule steinigen will, wer gewalttätig und straffällig wird, hat hier nichts zu suchen, und sollte gleich wieder einen Bus in seine Heimat besteigen", sagte er dem Blatt.

(AFP)
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