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Neue Zahlen
Hartz-IV-Aufstocker sind mehrheitlich Fachkräfte

13 Fakten zu Hartz IV
13 Fakten zu Hartz IV FOTO: dpa, Oliver Berg
Exklusiv | Berlin. 52 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Hartz-IV-Aufstocker mit sozialversicherungspflichtigen Jobs haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeiten als Fachkräfte.

Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die von der Linksfraktion im Bundestag ausgewertet worden sind. Demnach arbeiten weitere vier Prozent in gehobenen Experten- oder Spezialistenpositionen, 44 Prozent als Helfer.

Erwerbsfähige haben Anspruch auf Arbeitslosengeld II ergänzend zu ihrem Einkommen, wenn dieses nicht ausreicht, um den gesetzlich festgelegten Bedarf ihres gesamten Haushalts zu decken. Oft sind Teilzeit-Kräfte davon betroffen. Die BA-Zahlen zeigen aber, dass Aufstocken oft kein Problem zu geringer Qualifikation ist, sondern mehrheitlich gut Ausgebildete betroffen sind.

Die Zahl der Aufstocker ist durch die Einführung des Mindestlohns Anfang 2015 nur geringfügig um gut 50.000 auf 998.000 im Jahresdurchschnitt 2015 gegenüber 2014 gesunken, wie aus den Zahlen hervorgeht. Die meisten Aufstocker arbeiten im Lebensmittel- und Gastgewerbe, in der Logistik (jeweils 15 Prozent), im Reinigungswesen und im Einzelhandel (jeweils 14 Prozent). "Gerade in diesen Branchen arbeiten viele Teilzeit, die eigentlich Vollzeit arbeiten wollen", sagte die Linken-Politikerin Sabine Zimmermann. "Wir brauchen eine Stärkung des Normalarbeitsverhältnisses."

(mar)
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