Bekommt die Hälfte der Schuldner keine Beratung mehr?: Hartz IV bremst Schuldnerberatung aus
zuletzt aktualisiert: 06.08.2004 - 13:52Paderborn (rpo). Hartz IV schließt im Erzbistum Paderborn viele Menschen von der Schuldnerberatung aus. Das gibt die Caritas zu bedenken. Nur noch wenige Gruppen hätten nach der Reform ausdrücklich Anspruch auf das Beratungsangebot.
Das kritisierte Christoph Eikenbusch vom Caritasverband am Freitag in Paderborn. Nach dem jetzigen Stand der Reformen könne nur noch Leuten geholfen werden, die in den Arbeitsmarkt integriert werden sollten. Personen mit Beschäftigung hätten keinen Rechtsanspruch auf Beratung. Bei Überschuldung hätten sie nur noch bedingt die Möglichkeit zur Hilfe, um etwa einer Kündigung wegen Lohnpfändungen zu entgehen.
Eine Umfrage unter den 27 Schuldnerberatungsstellen im Erzbistum unterstreiche die Befürchtung, dass Hartz IV gravierende Auswirkungen haben werde, sagte Eickenbusch. Danach sei der Zugang zur Schuldnerberatung bei weit mehr als 50 Prozent der heutigen Klientel in Frage gestellt.
Den Beratungsstellen selbst entziehe die unklare Rechtslage die nötige Planungssicherheit. "Einzelnen Trägern ist es gelungen, vor Ort in Verhandlungen mit den Kommunen eine tragfähige Basis zu schaffen. Andernorts steht die Finanzierung in den Sternen", so Eikenbusch.
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