kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Hartz Sätze Kinder Grafik RP
  Foto: RP
Kommentare ()

Nach dem Karlsruher Urteil: Hartz-IV-Sätze spalten Schwarz-Gelb

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 11:56

Berlin/Washington (RP). Die Entscheidung des Verfassungsgerichts hat eine Debatte um Sozialleistungen ausgelöst. Die FDP-Justizministerin weist die Urteilsschelte des CDU-Innenministers zurück und empfiehlt das Unterhaltsrecht als Orientierung für Hartz-IV-Sätze.

Der politische Streit um die Zukunft der Leistungen für Langzeitarbeitslose und ihre Familien ist nach der Hartz-IV-Entscheidung des Verfassungsgerichtes in neuer Schärfe entbrannt. Linke, Grüne, Gewerkschaften und Initiativen forderten eine teils drastische Erhöhung der staatlichen Leistungen in einem Umfang bis zehn Milliarden Euro, während in der Regierungskoalition unveränderte Werte, niedrigere Sätze und ein Totalumbau des Systems für möglich gehalten werden.

De Maizière contra Leutheusser-Schnarrenberger

Das höchste deutsche Gericht hatte am Vortag die aktuelle Berechnung der Hartz-IV-Leistungen für verfassungswidrig erklärt. Insbesondere die prozentuale Ausrichtung von Leistungen für Kinder an den Bedarfssätzen für Erwachsene rügten die Richter. Die Bürger müssten nachvollziehen können, wie die Höhe zustande komme. Ausdrücklich hatten die Richter die aktuellen Leistungen nicht als zu niedrig bewertet, dem Gesetzgeber aber aufgetragen, bis Anfang 2011 zu einem verfassungsgemäßen Berechnungsverfahren zu kommen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kritisierte diese Entscheidung. "Das Urteil zeigt eine problematische Tendenz hin zu einer übertriebenen Einzelfallbetrachtung statt zu einer vernünftigen Pauschalierung", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Dem widersprach Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. "Es ist gut, dass das Bundesverfassungsgericht ein zurückhaltendes Urteil gefällt hat", unterstrich die FDP-Politikerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Gestaltungsspielraum, wie das Urteil umgesetzt werden solle, bleibe beim Gesetzgeber. Dessen Aufgabe sei es nun, den Anspruch auf das Existenzminimum zu konkretisieren.

Bedürfnisse von Kindern nicht pauschal bewerten

"Ich finde es nachvollziehbar, dass sich die Bedürfnisse von Kindern nicht pauschal an den Werten für Erwachsene orientieren dürfen", sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Die Regelsätze für Kinder von Hartz-IV-Empfängern müssten eigenständig auf kindliche Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Leutheusser-Schnarrenberger verwies darauf, dass dieser kinderbezogene Ansatz im Unterhaltsrecht bereits verankert sei. Der Kindesunterhalt richte sich nach dem angemessenen Lebensbedarf des Kindes und damit nach kindlichen Bedürfnissen. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, die jetzt erforderliche Neubestimmung der Regelsätze für Kinder werde zeigen, "dass die Erhöhung des Mindestunterhalts zu Jahresbeginn das kindliche Existenzminimum abdeckt".

Rüttgers lobt das Karlsruher Urteil

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers begrüßte das Urteil: "Ich sehe mich in meinen alten Forderungen nach einer Generalrevision von Hartz IV bestätigt." Eine Prüfung müsse nicht automatisch eine Erhöhung der Regelsätze bedeuten. Die Forderung der SPD nach einer Koppelung an die flächendeckende Einführung des Mindestlohns lehnte Rüttgers ab.

Er wünsche sich aber weiter eine Übereinkunft mit den Sozialdemokraten über das "wichtigste Sozialgesetz, das wir in Deutschland haben". Für Hartz IV, benannt nach dem skandalumwitterten ehemaligen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz, wünschte sich Rüttgers eine neue, unbelastete Bezeichnung. Sein Vorschlag: "Grundsicherung".

Andreas Pinkwart (FDP), stellvertretender NRW-Ministerpräsident, forderte, Hartz IV abzuschaffen und stattdessen ein Bürgergeld mit pauschalierten Sozialleistungen einzuführen.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen ... mehr 

Mubarak spottet über neue Politikergeneration

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Mit Hohn und Spott verfolgt Ex-Präsident Husni Mubarak die neue Generation ägyptischer Politiker. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen. Seine zweifelnden Äußerungen über das Einstehen Deutschlands für Israel im Ernstfall sorgen für Aufregung. VON Birgit Marschall  mehr

 

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Top-Services