kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

HSH-Bonuszahlungen: Hat Carstensen den Landtag falsch informiert?

zuletzt aktualisiert: 18.07.2009 - 13:15

München/Berlin (RPO). Der Druck auf Schleswig-Holsteins Ministerpräsident wächst: Laut Medienberichten soll Peter Harry Carstensen den Landtag falsch über die Sonderzahlung von 2,9 Millionen Euro an HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher informiert haben. Die angeschlagene Bank soll auch einem weiteren Spitzenmanager Sonderzahlungen genehmigt haben: Der entlassene Manager Frank Roth soll rund eine Million Euro bekommen.

Die umstrittenen Zahlungen an Nonnenmacher in Höhe von 2,9 Millionen Euro waren Auslöser für die derzeitige Koalitionskrise von CDU und SPD in Schleswig-Holstein.

Wie der "Spiegel" meldet, soll Carstensen am 10. Juli einen Brief  an den Parlamentspräsidenten Martin Kayenburg (CDU) geschrieben haben: Der Präsidialausschuss der HSH Nordbank habe "mit vorherigem Einverständnis der Spitzen der Landesregierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein und der Spitzen der die Regierungen tragenden Fraktionen" die Zahlung an den Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher beschlossen.

Doch ein Einverständnis der Fraktionsspitzen von CDU und SPD in Kiel habe es nie gegeben, schreibt der "Spiegel" und zitiert SPD-Fraktionschef Ralf Stegner: "Ich bin erst vier Tage später in einer Koalitionsrunde von Carstensen informiert worden."  CDU-Kollege Johann Wadephul hatte ebenfalls erklärt: "Einvernehmen ist mit uns nicht erzielt worden." Erst als die Millionenzahlung im Präsidialausschuss der Bank bereits beschlossen war, seien der Vorsitzende des Finanzausschusses, Günter Neugebauer, und die finanzpolitischen Sprecher der Fraktionen von CDU und SPD per E-Mail informiert worden. 

Laut "Spiegel" ist der Brief Carstensens einem Schreibens erstaunlich ähnlich,  das Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust (CDU) am gleichen Tag an den Präsidenten der Hamburger Bürgeschaft schickte, um - anders als offenbar Carstensen  - vorab die Spitzen seiner Regierungsfraktionen aus CDU und GAL einzubinden.

Nun vermutet das Nachrichtenmagazin, dass Carstensen den Beust-Brief ohne sorgfältige Prüfung weitgehend übernommen und mit seinem Briefkopf und seiner Unterschrift versehen hat. Aus der Hamburger Staatskanzlei hieß es hingegen, die Ähnlichkeit der Schreiben sei durch Absprache mit der schleswig-holsteinischen Regierung entstanden.

Weitere umstrittene Sonderzahlung an Spitzenmanager?

Die angeschlagene HSH Nordbank soll neben umstrittenen Sonderzahlungen für Bankenchef Dirk Jens Nonnenmacher auch einem weiteren Spitzenmanager Sonderzahlungen genehmigt haben. Wie das Magazin "Focus"  berichtet, wurden dem mittlerweile entlassenen Manager Frank Roth Zahlungen von etwa einer Million Euro bewilligt. Das Geld sei bisher noch nicht komplett an ihn ausgezahlt worden. Laut "Focus" wurde der Betrag in mehrere Raten gestückelt: 2007 waren es 400.000 Euro, 2008 flossen 200.000 Euro extra. Damals rückte Roth als Generalbevollmächtigter in den Vorstand auf.

Eine vorerst letzte Zahlung von 400.000 Euro wurde "Focus" zufolge auf Anweisung von Bankchef Nonnenmacher zurückgehalten, weil Schadenersatzansprüche an Roth geprüft werden. Die Beträge sollten entgangene Einnahmen aus einem früheren Arbeitsverhältnis Roths ausgleichen sowie dessen Altersvorsorge aufstocken. 

Fricke: Sonderzahlungen mit "rechtlichen Schritten" verhindern

Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Otto Fricke (FDP), forderte die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg auf, die millionenschwere Sonderzahlung an Nonnenmacher zu verhindern. Dazu sollten alle "vernünftigen rechtlichen Schritte" ausgenutzt werden, sagte Fricke der "Rheinpfalz am Sonntag".

Staatshilfe und Sonderzahlungen von fast drei Millionen Euro passten nicht zusammen, so Fricke. Die Grenze liege bei höchstens 500.000 Euro. Die Privatbanken akzeptierten das inzwischen, während die Landesbanken versuchten, diese Regelung zu umgehen.

Der FDP-Politiker warf den Koalitionen in Kiel und Hamburg vor, die Zahlungen leichtfertig im Vertrag mit Nonnenmacher vereinbart und ermöglicht zu haben. CDU und Grüne in Hamburg trügen genauso Verantwortung wie die große Koalition in Schleswig-Holstein. Das gerate wegen der gegenwärtigen Regierungskrise an der Förde leicht in den Hintergrund.

Quelle: AFP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services