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Kinderporno-Verdacht: Hauptverfahren gegen Jörg Tauss eröffnet

zuletzt aktualisiert: 05.03.2010 - 11:21

Karlsruhe (RPO). Das Landgericht Karlsruhe hat gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ein Verfahren wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie eröffnet. Wie das Gericht am Freitag mitteilte, beginnt die Hauptverhandlung am 18. Mai.

Das Gericht hatte bereits am Mittwoch beschlossen, die Anklage der Staatsanwaltschaft in allen Punkten zur Hauptverhandlung zuzulassen. Geplant sind vier Verhandlungstage.

Tauss äußerte am Freitag die Hoffnung, dass auf die Ermittlungen nun ein objektives Verfahren folge. "Ich hoffe, dass nach allen Vorverurteilungen, die von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe befördert wurden, nunmehr die Sache in ein ordentliches Verfahren mündet", teilte er über seinen Anwalt mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte im September 2009 Anklage gegen Tauss erhoben. Er wird verdächtigt, zwischen Mai 2007 und Januar 2009 in 102 Fällen kinderpornografische und jugendpornografische Dateien "erlangt, weitergegeben und besessen zu haben". Tauss hatte angegeben, in seiner Funktion als Abgeordneter recherchiert zu haben. Für diese Behauptung hätten die Ermittler "keine objektiven Anhaltspunkte" gefunden. Vielmehr gebe es "gewichtige Umstände", die gegen diese Erklärung sprächen.

Tauss habe sich in 95 Fällen insgesamt 228 solche Bild- und Videodateien verschafft und auf seinem Mobiltelefon abgespeichert. In sechs Fällen habe er Daten an andere Personen übersandt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Berlin am 5. März 2009 sei der Politiker im Besitz von kinderpornografischem Material gewesen. Die Ermittler fanden Bilder und Videos auf seinem Handy sowie drei DVDs. Wegen des großen öffentlichen Interesses an dem Fall wurde Anklage zum Landgericht erhoben. Tauss drohen laut Staatsanwaltschaft bis zu fünf Jahre Haft.

Nach Bekanntwerden der Affäre war Tauss als medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und als SPD-Generalsekretär in Baden-Württemberg zurückgetreten und zur Piratenpartei gewechselt.

Quelle: DDP/das

 
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