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Nachzählung beim Zensus : Haushalte werden erneut befragt

zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 14:51

Wiesbaden (RPO). Rund 390.000 Haushalte in Deutschland müssen erneut für die Volkszählung befragt werden. Der Grund: Im ersten Durchgang 2011 stimmten die Ergebnisse nicht mit den Daten aus den Einwohnermeldeämter überein. In NRW sind unter anderem Wachtendonk, Kranenburg und Sonsbeck betroffen. Dort reagiert man gelassen.

Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, sind aber ausschließlich Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern betroffen.

Alleine in NRW werden rund 20.000 Bürger in 6.500 Haushalten erneut befragt. Dort soll mit der Nacherhebung die korrekte Einwohnerzahl ermittelt werden.

"Das ist kein großer Aufwand", sagte ein Sprecher des Amtes, denn es würden nur wenige Fragen gestellt. Die beim Zensus erhobenen Zahlen weichen unter anderem von den offiziellen ab, weil etwa Kinder oft noch mit erstem Wohnsitz bei den Eltern gemeldet sind, obwohl sie zum Beispiel in einer anderen Stadt studieren.

Persönliche Interviews

Die Befragung zur Klärung von Unstimmigkeiten soll durch ein persönliches Interview erfolgen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Termin für die Gespräche werde in den nächsten Wochen bei den Befragten eingehen, hieß es. Zusammen mit dem Interviewer wird dann ein Fragebogen ausgefüllt.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, den Fragebogen selbst auszufüllen und zurückzusenden sowie eine Online-Meldung unter www.zensus2011.de abzugeben.

In Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg haben die Befragungen bereits begonnen.

Der Zensus 2011 war die erste gesamtdeutsche Volkszählung, in den westlichen Bundesländern war zuletzt 1987 gezählt worden. Befragt wurden auf Initiative der Europäischen Union aber nicht alle Haushalte. Ziel sollte vor allem sein, eine genauere amtliche Einwohnerzahl zu ermitteln.

Betroffene Gemeinden: Wachtendonk, Kranenburg und Sonsbeck

In NRW gehören unter anderem die Gemeinden Wachtendonk, Kranenburg und Sonsbeck zu den Gebieten, in denen erneut Befragungen durchgeführt werden müssen.

Vor allem in Kranenburg war man überrascht über die Nachricht, denn dort wisse man noch nichts von einer erneuten Volkszählung. "Wenn es dazu kommt, stehen wir in Sachen Gebäudezählung natürlich wieder unterstützend zur Stelle", so Willi Flesges vom Ordnungsamt der Gemeinde gegenüber RP-Online.

Auch in Sonsbeck blickt man den Nachzählungen entspannt entgegen. Schließlich sei man als Gemeinde nicht direkt betroffen, denn die Zählungen werden - wie auch schon die erste Volkszählung - durch die übergeordneten Verwaltungen der Kreise organisiert und durchgeführt.

In Wachtendonk dagegen kam die Info zur Nachzählung bereits anfang Februar per E-Mail, berichtet Karl-Heinz Rätzmann, Leiter des Fachbereichs für zentrale Dienste. Er hält die Nachzählung für richtig. "Wir alle haben doch ein Interesse an einer präzisen Volkszählung, daher ist die Nachzählung auch in unserem Interesse."

Die entsprechenden Unterlagen zur Befragung liegen dem Kreis Kleve - der die Nachbefragung organisiert - jedoch noch nicht vor. "Wir wissen nur, dass etwa 124 Anschriften und somit etwa 365 Personen befragt werden sollen", so Eduard Großkämper von der Pressestelle des Kreis Kleve.

Quelle: dpa/sap

 
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