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Bundesjustizminister Heiko Maas
"AfD - nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich"

Heiko Maas: AfD - nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich
Bundesjustizminister Heiko Maas kritisiert die AfD scharf. FOTO: afp, sl/
Hamburg. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat die rechtspopulistische AfD attackiert und sie in die Nähe autoritärer Staatschefs gerückt. 

"Die AfD - das sind Brüder im Geiste von Wladimir Putin, Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan: nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich", schreibt Maas in einem Gastkommentar für "Spiegel Online". 

"Unser Land hat eine trübe Vergangenheit, aber die Generation unserer Eltern hat ein modernes Deutschland geschaffen: weltoffen und liberal im Innern, gute Nachbarn und friedliche Partner nach außen. Natürlich ist unser Land nicht perfekt, aber eines ist klar - die Rechtspopulisten sind keine gute Alternative für Deutschland", schreibt Maas, der die AfD seit Monaten scharf kritisiert.

Fahrplan in ein Deutschland von vorgestern 

Der Justizminister warb dafür, die inhaltliche Auseinandersetzung anhand des jüngst beschlossenen Grundsatzprogramms der AfD zu suchen. "Sie muss sich an ihren Worten festhalten lassen. Das AfD-Programm ist der Fahrplan in ein anderes Deutschland, in das Deutschland von vorgestern", heißt es in dem Kommentar des SPD-Ministers weiter.

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Kürzlich hatte SPD-Bundesvize Olaf Scholz ein Strategiepapier zum Umgang mit der AfD vorgelegt und davor gewarnt, die AfD zu dämonisieren. "SPD-Bundesvize Olaf Scholz hat völlig Recht. Statt die AfD zu dämonisieren, müssen wir die inhaltliche Auseinandersetzung mit ihr führen." Allerdings sei es nicht einfach, "mit Menschen zu diskutieren, die Fakten ignorieren, überall 'Elitenbetrug' oder 'Lügenpresse' wittern und ihre Realität aus den Verschwörungszirkeln des Internets zusammenklauben", schreibt Maas.

AfD vertritt scharfen Anti-Islam-Kurs

Die etablierten Parteien ringen seit geraumer Zeit um den richtigen Kurs gegenüber der AfD, deren Zustimmung in der Bevölkerung wächst. Die AfD steht unter anderem für einen scharfen Anti-Islam-Kurs, bekennt sich zur traditionellen Familie aus Vater, Mutter und Kindern und will die Abkehr vom Atomausstieg. Inzwischen sind die Rechtspopulisten in acht Landtagen vertreten und streben im Herbst 2017 den Einzug in den Bundestag an.

(tak/afp)
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