Den Opfern gedenken: Hendrik Wüst: Straßen sollen nach RAF-Opfern benannt werden
zuletzt aktualisiert: 19.02.2007 - 17:05Berlin (RP). In der Debatte um eine vorzeitige Freilassung verurteilter RAF-Terroristen richten sich die Blicke nun verstärkt auf deren Opfer. 30 Jahre nach dem Höhepunkt des RAF-Terrors 1977 regte die frühere Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) eine Gedenkfeier für die Opfer an.
„Ich finde es richtig, wenn anlässlich der Ermordung von Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer, Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Bankier Jürgen Ponto eine Gedenkveranstaltung stattfinden würde”, sagte sie der „Bild”-Zeitung. Auch mehrere Grünen-Politiker befürworteten diesen Vorschlag.
Der innenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Ralf Göbel, unterstützte im Gespräch mit unserer Zeitung ebenfalls die „gute Idee einer Gedenkfeier für die Opfer und ihre Hinterbliebenen”. Da die RAF-Morde damals den Staat insgesamt erschüttert hätten, halte er eine Gedenkveranstaltung mit führenden Politikern für richtig. „Eine Gedenkfeier darf aber nicht davon ablenken, dass die Täter noch leben und ihre Taten bis heute nicht bereut haben”, sagte Göbel. Mit Blick auf das Gnadengesuch des wegen mehrfachen Mordes verurteilten Christian Klar betonte er: „Ich erwarte von jemandem, der Gnade erreichen will, dass er auch Reue zeigt.”
Der Generalsekretär der CDU in NRW, Hendrik Wüst, regte an, Straßen nach prominenten und nicht prominenten Opfern des RAF-Terrors zu benennen. So ließe die Erinnerung an die Opfer wachhalten, sagte er unserer Zeitung.
Gleichzeitig kritisierte Wüst (Jahrgang 1975) Teile seiner damaligen Lehrerschaft, die ihn und seine Schülergeneration über die RAF, deren Täterinnen und Täter und deren Verbrechen wenig, und wenn, dann leicht verklärend informiert habe.
Wüst bezeichnete die jetzt heftig geführte RAF-Debatte als absolut richtig. Vor allem sei wichtig, die vielen Opfer der Terroristen mehr ins Gedächtnis zu rücken, denn: „Da sind Menschen vergessen worden.”
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