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Reform
Gröhe kündigt Vorteile für 500.000 Pflegebedürftige an

Hintergrund: So belastend ist die Pflege Angehöriger
Hintergrund: So belastend ist die Pflege Angehöriger FOTO: Bußkamp, Thomas
Berlin. Bis zu eine halbe Million Pflegebedürftige können nach den Worten von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) künftig bessere Leistungen durch die Pflegereform erwarten. Von Birgit Marschall

"Wir entlasten pflegende Angehörige und sorgen dafür, dass sie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung besser abgesichert sind", sagte Gröhe. Mittelfristig könnten durch die Pflegereform "bis zu 500.000 Menschen zusätzlich Unterstützung erhalten".

Das Kabinett verabschiedet am heutigen Mittwoch den Entwurf des zweiten Pflegestärkungsgesetzes, mit dem Gröhe das Leistungsangebot für Pflegebedürftige und Pflegende ausbauen will. Zentraler Punkt ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der Demenzkranken Anspruch auf die gleichen Leistungen einräumt wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Der Pflegebeitrag soll von 2,05 Prozent des monatlichen Brutto-Gehalts auf 2,55 Prozent 2017 steigen.

Der Unterstützungsbedarf werde bald besser erfasst, sagte Gröhe. "Über die Leistungshöhe entscheidet künftig, was jemand noch selbst kann und wo sie oder er Unterstützung braucht – unabhängig ob durch Demenz oder körperliche Einschränkung." Die Unterstützung beginne künftig deutlich früher – "zum Beispiel wenn eine Dusche altersgerecht umgebaut werden muss oder Hilfe im Haushalt benötigt wird". Der Deutsche Gewerkschaftsbund bemängelte dagegen, die Kaufkraftverluste der Versicherungsleistungen würden nicht berücksichtigt.

(mar)
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