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Listenplatz für Europawahl erreicht: Hohlmeier gewinnt Kampfabstimmung

zuletzt aktualisiert: 18.01.2009 - 10:37

München (RPO). Die von CSU-Chef Horst Seehofer unterstützte ehemalige bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier ist von einer CSU-Delegiertenversammlung auf einen sicheren Listenplatz für die Europawahl gewählt worden. In einer Kampfabstimmung setzte sich die Strauß-Tochter am Samstag in München auf Platz sechs klar gegen die Europaabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Sozialausschüsse, Gabriele Stauner, durch.

Derzeit schlechte Karten: Monika Hohlmeier.  Foto: ddp
Derzeit schlechte Karten: Monika Hohlmeier. Foto: ddp

Dagegen scheiterte der stellvertretende CSU-Vorsitzende und dienstälteste deutsche Europaabgeordnete Ingo Friedrich bei der Nominierung. Der 66-Jährige unterlag in einer Kampfabstimmung um Platz fünf dem Landwirt Albert Deß und verzichtete darauf auf jede weitere Bewerbung. Seehofer bescheinigte Friedrich "großes menschliches Format". Wegen der parteiintern umstrittenen Kandidatur Hohlmeiers hatte die CSU-Spitze Deß als Vertreter der Landwirtschaft eigentlich nur auf den als unsicher geltenden Platz acht platzieren wollen.

Zum CSU-Spitzenkandidaten für die Europawahl am 7. Juni kürten die Delegierten den Vorsitzenden der CSU-Europagruppe, Markus Ferber. Seehofer dementierte Meldungen über vorangegangene Spannungen: "Markus Ferber war immer und ist mein Spitzenkandidat", betonte der Parteichef.

Seehofer fordert Ende der "Selbstgeißelung"

Er forderte die CSU auf, ihre "Selbstgeißelung" nach dem Debakel bei der bayerischen Landtagswahl zu beenden und mit mehr Zuversicht in das Superwahljahr 2009 zu gehen. Vor der Listenaufstellung hatte er nicht weiter Stellung bezogen und die 300 Delegierten lediglich aufgefordert, den Frauen, den bayerischen Regionen und den Heimatvertriebenen angemessenen Platz auf der Liste einzuräumen.

Hohlmeiers Kandidatur für den CSU-Bezirk Oberfranken war von CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg eingefädelt worden und dort teilweise auf Widerstand gestoßen. Auch im CSU-Bezirk München, wo sie nach angeblichen Drohungen mit belastenden Dossiers gegen Parteifreunde 2004 zurückgetreten war, hat sie noch Gegner. In der Delegiertenversammlung setzte sie sich aber mit 165 zu 115 Stimmen klar durch.

Die CSU stellt derzeit 9 der 99 deutschen EU-Abgeordneten. Nach den EU-Abgeordneten Ferber, Angelika Niebler, Anja Weisgerber, Manfred Weber und Deß kürte die CSU Hohlmeier auf Platz sechs sowie den Vertriebenenpolitiker Bernd Posselt, den Junge-Union-Vertreter Martin Kastler und Stauner auf die Plätze sieben bis neun.

Der altgediente EU-Abgeordnete und CSU-Vize Friedrich scheiterte trotz Unterstützung des CSU-Bezirks Mittelfranken, der Mittelstandsunion und der Seniorenunion. "Ich danke für 30 interessante Jahre in der europäischen Politik. Jede politische Laufbahn geht irgendwann zu Ende", sagte der langjährige Vizepräsident des EU-Parlaments.

Quelle: AP

 
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