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Bundesversammlung: Horst Köhler bleibt Bundespräsident

VON MARTIN KESSLER UND CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 16:11

Berlin (RPO). Mit einer Stimme mehr als erforderlich hat die Bundesversammlung Horst Köhler im Amt des Bundespräsenten bestätigt. Im ersten Wahlgang vereinigte der 66-Jährige 613 Stimmen auf sich. Gesine Schwan erreichte mit 503 Stimmen ein respektables Ergebnis. 91 Wahlmänner stimmten für Peter Sodann von der Linken. Der Kandidat von NPD und DVU erhielt vier Stimmen.

Ein sichtlich gelöster und erleichterter Köhler nahm die Wahl an. "Dieses Land ist stark", so Köhler in einer kurzen Ansprache. "Ich werde weiter mein Bestes geben", versprach der ehemalige der Direktor des IWF.

Nach der Auszählung gab es einige Momente der Verwirrung im Plenarsaal des Reichstag. Bundestagspräsident Norbert Lammert wartete vor dem Gebäude auf den Bundespräsidenten. Im Saal wurden indes Blumensträuße an die Fraktion verteilt. Auch die Musikkapelle betrat bereits den Saal, obwohl das Ergebnis noch nicht verkündet war.

Info

Das offizielle Ergebnis des ersten Wahlgangs:

1223 Stimmen insgesamt – zwei Stimmen ungültig.
Horst Köhler: 613 Stimmen
Gesine Schwan: 503 Stimmen
Peter Sodann: 91 Stimmen

Und das passiert in Berlin:

14.50 Uhr via Twitter: Von oben sehe ich: Gerangel zwischen Künast und Westerwelle um die Zweit-Gratulation mit Blumen. merkel ist die erste mit Blumen.

14.42 Uhr: Norbert Lammert schließt die Bundesversammlung.

14.40 Uhr via Twitter: Nationalhymne. Auch manche Journalisten singen mit.

14.39 Uhr: Die Versammlung singt die Nationalhymne.

14.37 Uhr: "Und dir, liebe Eva, möchte ich sagen: Jede Stunde ist ein Geschenk mit dir!"

14.35 Uhr: Köhler: "Ich verspreche, ich werde weiterhin alles für Deutschland tun."

14.34 Uhr: "Demokratie, das sind wir alle!"

14.33 Uhr: Köhler: "Ja, ich nehme die Wahl an."

14.32 Uhr: 91 Stimmen für Peter Sodann.

14.31 Uhr: 503 Stimmen für Gesine Schwan. Elf Stimmen weniger als SPD und Grüne haben.

14.29 Uhr: Es stimmt 613 Stimmen für Horst Köhler. Langer Beifall.

14.25 Uhr via Twitter: Parkettgeflüster: 613 für Köhler. Eine Stimme über den Durst.

14:25 Uhr: Köhler ist da. Er betritt den Reichstag. Die Klingel.

14:24 Uhr: Unruhe im Bundestag. Offenbar fehlt Horst Köhler.

14:23 Uhr: Lammert steht vor dem Reichstag und schreibt SMS. Auf was oder wen wartet er?

14:21 Uhr: Herr Bisky bekommt schon einen Blumenstrauß. Ein wenig seltsam der Ablauf heute.

14:20 Uhr: Die Musiker betreten bereits den Saal. Ein Hinweis darauf, dass es bereits einen Sieger gibt.

14:18 Uhr: Der Schriftführer kommt.

14:16 Uhr via Twitter:  Die Traube um Schwan wird dichter. Weiß sie schon das Ergebnis?

14:10 Uhr via Twitter: Die Duz-Freunde Schily (Ex-Innenminister) und Beckstein (Ex-Bayern-Ministerpräsident) tauschen Visitenkarten. Neue Handy-Nummer?

14.07 Uhr: Nach Informationen des TV-Senders "phoenix" rechnen inzwischen auch SPD-Politiker mit einem Erfolg für Köhler im ersten Wahlgang.

14.05 Uhr: Wenn die Stimmen ausgezählt sind, wird eine Glocke die Wahlmänner zurück in den Plenarsaal rufen.

13:52 Uhr: In rund zehn Minuten wird das Ergebnis der ersten Wahlrunde erwartet.

13:37 Uhr via Twitter: Viele Politiker haben schon früh ihre Abreise gebucht. Ministerpräsident Wulffs Zug geht schon 15.48 Uhr. Er will noch Wolfsburg sehen.

13:34 Uhr: Auf der Party in Berlin werden bis zu 250.000 Menschen erwartet.

13.27 Uhr: Lammert bemüht sich um einen lockeren Ton. Die Wahlmänner sollten nicht zu tief im Tiergarten verschwinden, rät er. Nebenan findet das Volksfest "60 Jahre Grundgesetz" statt.

13.24 Uhr: Die erste Abstimmung ist erfolgt. Jetzt wird der erste Wahlgang ausgezählt. Die Spannung steigt.

13:19 Uhr: Der Namensaufruf ist beendet. Als letzte wurde der Name von Justizministerin Zypries genannt.

13:16 Uhr: Rot-grüne Vertrautheit. Frank-Walter Steinmeier unterhält sich angeregt mit Christian Ströbele.

13:11 Uhr: Jetzt wurde Peer Steinbrück aufgerufen. Der häufigste Nachname ist indes Müller. Er ist achtzehnmal vertreten.

13:05 Uhr via Twitter: Gesine Schwan genießt sichtlich die Aufmerksamkeit an ihrer Person.

13:03 Uhr: Einige Wahlmänner und -frauen fotografieren sich gegenseitig. Willkommen in der Generation Youtube!

12:45 Uhr: Immer wieder ein Grund zum Schmunzeln: Der Wahlmann Gajus Caesar von der CDU wird aufgerufen.

12:40 Uhr: Lammert ruft die Anwesenden auf, Privatgespräche einzuschränken. In den hinteren Reihen könne man die Namen nicht verstehen.

12:37 Uhr via Twitter: Die Bundesversammlung ist die Kontaktbörse der deutschen politischen Klasse.

12:32 Uhr: Derzeit werden die Namen aller Delegierten verlesen. Jeder erhält dann einzeln seine Wahlunterlagen.

12:22 Uhr via Twitter: Bange Minuten bei den Fraktionseinpeitschern: Hat jeder seinen Wahlausweis dabei? 

12:16 Uhr: Die NPD stellt noch einen Antrag. Der Bundestagspräsident soll angeblich unwahre offizielle Darstellungen ihres Kandidaten rügen. Auch dies wird von den Delegierten abgelehnt.

12:13 Uhr: Der bereits erwähnte Antrag der vier rechtsradikalen NPD-Delegierten wird mit großer Mehrheit abgeschmettert.

12:11 Uhr: Lammert stellt Beschlussfähigkeit der Bundesversammlung fest.

12:08 Uhr: Die rechtsextremistische NPD hat unmittelbar vor der Wahl des Bundespräsidenten mit Geschäftsordnungsanträgen erfolglos versucht, ein Rederecht in der Bundesversammlung durchzusetzen.

12:05 Uhr: "Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes begann die glücklichste Epoche in der Geschichte der Deutschen."

12:03 Uhr: Lammert würdigt die Leistungen des deutschen Grundgesetzes.

12:00 Uhr: Alle Delegierten erheben sich von ihren Plätzen. Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnet die Bundesversammlung.

11:58 Uhr: In wenigen Sekunden beginnt der erste Wahlgang.

11:53 Uhr: Horst Köhler betritt den Plenarsenal. Er nimmt auf der Besuchertribüne Platz.

11.52 Uhr: FDP-Chef Westerwelle meldet nach einem kurzen Fraktionstreffen: "Alles klar, alle da".

11.48 Uhr via Twitter: Wahlfrau Doris Schröder-Köpf wirkt ohne ihren Gerhard etwas einsam.

11.40 Uhr: Handballnationaltrainer Heiner Brand hat bis zum Schluss offen gelassen, ob er SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan in der Bundesversammlung unterstützt. Er lasse sich nicht festlegen, sagt er kurz vor der Abstimmung.

11.30 Uhr: Der Kandidat der Linken, der Schauspieler Peter Sodann, tritt in einem zweiten Wahlgang voraussichtlich nicht mehr an. Dies sagte Fraktionschef Oskar Lafontaine in Berlin.

11.07 Uhr: Er ist Wahlmann für die SPD, trotzdem hält er sich offen, für wen er seine Stimme abgibt: Handballnationaltrainer Heiner Brand: "Ich bin als Bundestrainer in einer neutralen Position, deswegen halte ich mich zurück, das habe ich immer so gehalten".

11.03 Uhr: Während die Politikprominenz beim ökumenischen Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale verweilte, hat das Bürgerfest zum 60. Jubiläum des Grundgesetzes begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein strömten zahlreiche Menschen zu der Festmeile am Brandenburger Tor und im Tiergarten, wo den ganzen Tag über ein buntes Showprogramm mit Musikgruppen und Gesprächsrunden über die Bühne gehen sollte.

9.56 Uhr: Die Agenturen melden, dass die zwei Wahlmänner der Freien Wähler aus Bayern wohlbehalten in Berlin eingetroffen sind. Die beiden hatten eine Autopanne und mussten das Auto wechseln. Der Sprecher der Gruppierung: Nun stehen alle zehn Delegierten zur Wahl bereit. Die Freien Wähler könnten das Zünglein an der Waage sein, wenn am Mittag in der Bundesversammlung das neue Staatsoberhaupt gewählt wird. Nur mit ihrer Unterstützung haben Union und FDP die Chance, die Wiederwahl von Amtsinhaber Horst Köhler schon im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit durchzusetzen. 

9.30 Uhr: Heute wird der neue Bundespräsident gewählt. Könnte das Amt per Volkswillen besetzt werden, würde Horst Köhler die Wahl haushoch gewinnen. Umfragen haben ergeben, dass mehr als 80 Prozent ihn für eine zweite Amtszeit verpflichten würden.


 
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