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Reaktion auf Landtagswahlen
Seehofer: Merkel hat keinen Respekt vor den Wählern

Merkel richtet sich direkt an Flüchtlinge
Berlin. Der CSU-Chef schießt die nächsten Pfeile auf die Kanzlerin ab: Horst Seehofer wirft Angela Merkel wegen des Festhaltens an ihrem Flüchtlingskurs nach den CDU-Einbußen bei den jüngsten Wahlen mangelnden Respekt vor den Wählern vor.

"In solchen Situationen ist man gut beraten, den Menschen demütig gegenüber zu treten - statt einen Tag nach so einer Wahlschlappe den Menschen zu erklären: Ihr habt bloß unsere Politik nicht verstanden, deshalb machen wir weiter wie gehabt", sagte Seehofer der "Passauer Neuen Presse". "Das ist doch keine respektvolle Haltung gegenüber dem Wähler."

Merkel hatte ihren Kurs nach den Wahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt bekräftigt. Ein Treffen der Unionsspitze um Merkel und Seehofer hatte am Mittwochabend erneut keine erkennbare Annäherung gebracht. Das Interview mit Seehofer wurde bereits vor dem Treffen geführt.

Die Vorsitzenden von CSU (Seehofer) und CDU (Merkel) liegen in Sachen Flüchtlingspolitik weit auseinander. FOTO: dpa, kne gfh fdt

Mit Blick auf den Flüchtlingsstreit sprach Seehofer von einer "sehr belasteten Situation zwischen CDU und CSU, die ich nicht will, die aber leider Gottes eingetreten ist". Es bleibe bei der Strategie der CSU, auf die CDU einzuwirken und sich nicht bundesweit auszudehnen. Seehofer fügte jedoch hinzu: "Aber niemand kann Ewigkeitsgarantien abgeben." Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) betonte, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU stehe nicht infrage. Die CSU habe kein Interesse daran, eine "nationale Rechtspartei" zu sein, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk.

CDU und CSU bilden seit 1949 eine gemeinsame Bundestagsfraktion. Sie haben ausgemacht, dass die CSU in Bayern bei Bundestagswahlen antritt, die CDU im übrigen Deutschland.

(felt/dpa)
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