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Politbarometer: Horst Seehofer ist beliebtester Politiker

zuletzt aktualisiert: 17.02.2006 - 14:27

Mainz (rpo). Vize-Kanzler Müntefering und SPD-Parteichef Platzeck haben laut einer Umfrage Popularität eingebüßt. Platzeck steht zwar noch immer auf Platz drei in den Top Ten der wichtigsten Politiker, aber auf der Skala von minus fünf bis plus fünf verschlechterte er sich von 2,1 auf 1,7. Beliebtester Politiker ist Bundesverbraucherminister Seehofer (CSU).

Auf Platz eins des ZDF-Politbarometers landete bei der Umfrage erneut Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) mit einem Wert von 2,8. Danach folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit unveränderten 2,2. Es folgen nach Platzeck dann Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit einem Wert von 1,6 Punkten, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,4 und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,0.

Schlusslichter sind Müntefering, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Edmund Stoiber. Franz Müntefering fiel von 1,1 auf 0,8. Ihm hat vor allem die Diskussion über die Anhebung des Rentenalters geschadet.

In der politischen Stimmung müssen CDU und CSU einen Teil der deutlichen Zugewinne von Ende Januar wieder abgeben und kommen dem Politbarometer zufolge nun auf 46 Prozent, ein Minus von zwei Prozentpunkten. Die SPD verliert einen Prozentpunkt und kommt auf 29 Prozent. Die FDP legt um einen Prozentpunkt zu und kommt auf acht Prozent, während die Grünen sich sogar um drei Punkte verbessern und bei neun Prozent landen. Die Linkspartei büßt einen Prozentpunkt ein und erreicht sechs Prozent.

Bürger lehnen Rente mit 67 ab

Breite Ablehnung gibt es gegen die von der Bundesregierung beschlossene, schrittweise Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre bis spätestens 2029. So sind 78 Prozent der Befragten gegen diese Maßnahme und nur 21 Prozent dafür. Die Ablehnung geht dabei quer durch alle Parteianhängergruppen. Am meisten Unterstützung findet sie noch bei den Anhängern der Grünen, die die Maßnahme zu 40 Prozent befürworten.

SPD-Präsidiumsmitglied Niels Annen sagte am Freitag im ZDF-Morgenmagazin, die Vermittlung des Themas habe nicht funktioniert. Die Debatte verringerte laut Politbarometer auch das Vertrauen in die Kompetenz der Parteien bei dem Thema: Izwischen trauen 38 Prozent der Befragten keiner Partei Kompetenz bei der Rente zu - Ende Januar waren es 33 Prozent.

Bei der durch den Karikaturenstreit ausgelösten Debatte, bei der es um Abwägung von Pressefreiheit und Rücksichtnahme auf religiöse Wertvorstellungen geht, hält eine Mehrheit von 53 Prozent den Schutz der Pressefreiheit für wichtiger. 37 Prozent der Befragten finden hingegen die Rücksichtnahme wichtiger. Dabei spielt die Konfession der Befragten eine Rolle: Für Katholiken ist beides fast gleichermaßen wichtig, Protestanten und Konfessionslose geben mehrheitlich der Pressefreiheit den Vorzug.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer vom 14. bis 16. Februar 1260 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

Quelle: afp

 
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