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Studenten Protest Panorama, ddp 2009-1112
  Foto: ddp, ddp
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Studenten fordern Wintermantel heraus: HRK-Vorsitzende weist Kritik als "Unfug" zurück

zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 18:46

Leipzig (RPO). Zusammenprall in Leipzig: Begleitet von massiven Studentenprotesten ist am Dienstag die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig zusammengekommen. Die HRK-Vorsitzende Margret Wintermantel wies vor den Beratungen die bundesweite Kritik an mangelhaften Studienbedingungen als "Unfug" zurück.

Wintermantel hält die anhaltenden Proteste der Studenten gegen überfrachtete Lehrpläne und schlechte Studienbedingungen für unberechtigt. In den allermeisten Fällen sei die Umstellung der alten Diplom- und Magisterstudiengänge auf die europäischen Bachelor- und Master-Abschlüsse gut gelungen, sagte Wintermantel am Dienstag nach einer Sitzung der HRK in Leipzig.

Es gebe in wenigen Bereichen Nachbesserungsbedarf, daran arbeiteten die Hochschulen aber. Zudem zeige der Bologna-Prozess erste Erfolge, die Studienzeiten verkürzten sich, die Akzeptanz der neuen Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt erhöhe sich. Der Bologna-Prozess sei irreversibel, "da führt kein Weg dran vorbei", betonte Wintermantel.

Die Kritik der Studenten, die neuen Studiengänge sei überfrachtet und zu verschult und ließen wenig wissenschaftliche Freiheiten, wies Wintermantel zurück. Die neuen eingeführten zahlreichen Prüfungen sollten den Studenten bei der Orientierung helfen. Und gerade in den Geisteswissenschaften höre sie von den Studenten viel Zuspruch, da deren Studium durch die neuen Regelungen viel strukturierter geworden sei.

Neben den Lehrinhalten spiele aber auch das Geld eine wichtige Rolle bei der Umstellung der Studien, sagte Wintermantel auf der Pressekonferenz, die zwischenzeitlich von Studenten gestört wurde. In diesem Punkt sieht sie die Bundesländer in der Pflicht. Diese vernachlässigten eine angemessene Finanzausstattung der Hochschulen seit Jahren. Die bisherigen Erfolge bei der Bologna-Umsetzung seien maßgeblich den Anstrengungen der Hochschulen zu verdanken.

Merkel verteidigt "Bologna"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die Übernahme europäischer Bachelor- und Master-Abschlüsse in Deutschland. Man müsse aber darüber reden, ob beim sogenannten Bologna-Prozess jedes Detail richtig bedacht worden sei.

Seit Wochen protestieren Zehntausende Studenten in Deutschland gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Studienbedingungen, den missglückten Angleich an europäische Hochschulabschlüsse Bachelor und Master sowie gegen die Unterfinanzierung der Hochschulen. Am Dienstagnachmittag demonstrierten mehrere tausend Studenten in Leipzig gegen die Hochschulrektorenkonferenz.

Wintermantel wirbt um Verständnis

Die Hochschulrektorenkonferenz fordere zudem seit langem, die Unterfinanzierung der Universitäten zu beheben, sagte die Vorsitzende weiter. Aus der Politik gebe es hierfür positive Signale. "Es bewegt sich schon etwas", sagte Wintermantel: "Aber die Studierenden sind furchtbar ungeduldig."

Kanzlerin Merkel sagte, ein Teil der Unzufriedenheit der Studenten rühre von den Zeitvorgaben her und von der Frage, ob ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Sie verwies hierbei auf den Beitrag des Bundes für den Hochschulausbau und warnte zugleich davor, dass die Bundesrepublik in der Bildung international in Rückstand gerät. Deutschland habe hier nicht mehr den Stand, den es mal hatte.

Derweil dauerte bundesweit die Besetzung von Hörsälen an. In Bochum ließ die Polizei in der Nacht das Audimax der Ruhr-Universität räumen. 28 Studenten mussten aus dem Hörsaal getragen werden, sagte ein Sprecher der Polizei. Drei Besetzer hätten so starken Widerstand geleistet, dass sie festgenommen wurden. In Leipzig hielten rund 40 Studenten weiter das Rektoratsgebäude der Uni besetzt.

Quelle: DDP/felt

 
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