Der saarländische Grünen-Chef Hubert Ulrich hat seine Partei von Jamaika überzeugen können. Die Grünen verhandeln nun über ein Regierungsbündnis mit CDU und FDP - bundesweit das erste Mal auf Landesebene.
Ausschlaggebend für das Votum Ulrichs war, dass er den einst als "Napoleon von der Saar" bezeichneten Linken-Chef Oskar Lafontaine (links) nicht einmal in der Nähe der Macht sehen wollte.
Die Linke und SPD sind empört und werfen Ulrich Wählerbetrug vor. Er sei mit der Parole in den Wahlkampf gezogen, Ministerpräsident Peter Müller ablösen zu wollen.
Doch gab neben erheblichen Zugeständnissen der CDU das gelinde gesagt schwierige Verhältnis zwischen Ulrich und Lafontaine den Ausschlag für Jamaika. Inhaltlich lagen Rot, Rot und Grün eng beieinander. Doch hatte Lafontaine im Wahlkampf massiv Stimmung gegen die Grünen gemacht. Hinzu kommt das gespannte Verhältnis zu drei "Überläufern" aus den eigenen Reihen.
Es ist zu großen Teilen das Werk von Hubert Ulrich. Er hatte in der Partei entschieden gegen ein Bündnis mit der Linken votiert.
Das Votum der Saar-Grünen fiel eindeutig aus: 117 von 150 Parteitagsdelegierten stimmten für Koalitionsverhandlungen mit CDU und Liberalen.
Der verheiratete Vater von vier Kindern ist der starke Mann des Landesverbandes, dessen Geschicke er schon seit Jahren prägt.
Ulrich selbst bezeichnet Jamaika als "Experiment". Dessen Ausgang dürfte die politische Karriere des Landeschef entscheidend beeinflussen.