| 08.20 Uhr

Bundesinnenministerium
Hunderte Abschiebungen in letzter Minute abgebrochen

Hunderte Abschiebungen werden in letzter Minute abgebrochen
Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern (Archivfoto). FOTO: dpa
Berlin. Die Betroffenen leisten Widerstand oder sind plötzlich krank: Abschiebungen per Flugzeug werden einem Medienbericht zufolge immer häufiger in letzter Minute abgebrochen.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 387 Abschiebungen kurzfristig gestoppt. Das seien 71,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016, als 226 Rückführungen kurzfristig abgesagt wurden. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen des Bundesinnenministeriums. 

Nach Angaben der Zeitung wurden die Abschiebungen aus unterschiedlichen Gründen abgebrochen:

  • 186 Migranten hätten sich heftig gegen den Rücktransport gewehrt (plus 53,7 Prozent)
  • 61 Migranten hätten sich kurzfristig krank gemeldet und seien nicht transportfähig gewesen (plus 110,3 Prozent)
  • In 113 Fällen hätten sich die Flugzeugbesatzungen geweigert, die Abzuschiebenden zu transportieren (plus 68,7 Prozent).
  • In 27 Fällen hätten die Herkunftsländer die Aufnahme der Migranten plötzlich verweigert (plus 200 Prozent).

Insgesamt sei die Zahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, schreibt der "Spiegel". In den ersten sechs Monaten seien 12.545 Menschen abgeschoben worden, etwa 1200 weniger als zwischen Januar und Juni 2016.

(wer/AFP/dpa)
 
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