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Frühkindliche Betreuung
Bundesweit fehlen fast 300.000 Krippenplätze

Im Bundesgebiet fehlen laut Bericht fast 300.000 Kita-Plätze
Mehr als 100 Eltern stehen Mitte Mai in Leipzig Schlange, um einen Platz für ihren Nachwuchs in einer neuen Kindertagesstätte zu ergattern. FOTO: dpa, seb cul
Berlin. In Deutschland fehlen offenbar fast 300.000 Krippenplätze. In Nordrhein-Westfalen suchen gut 16 Prozent der Eltern vergeblich nach frühkindlicher Betreuung für ihren Nachwuchs.

In den alten Bundesländern gibt es einem Medienbericht zufolge noch 262.436 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zu wenig. In Ostdeutschland besteht Bedarf für weitere 31.050 Plätze. Das schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Besonders viele Eltern suchen demnach in Nordrhein-Westfalen vergeblich eine Betreuung für ihr Kind: Mütter und Väter von 16,2 Prozent aller Kinder in diesem Alter, für die ein Bedarf besteht, fänden dort keinen Platz. Das entspreche 77.459 fehlenden Plätzen. Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung.

Mehr Frauen wollen zurück in den Job

In Bremen beträgt die Versorgungslücke dem Bericht zufolge sogar 20,2 Prozent, das sind 3763 Plätze. In Rheinland-Pfalz und Bayern sei die Quote ähnlich hoch. Zu den Gründen für den Mangel sagte IW-Ökonom Wido Geis dem Blatt: "Frühkindliche Betreuung wird nicht mehr so negativ gesehen. Immer mehr Frauen wollen immer früher zurück in den Job, deshalb sind Familien früher auf Betreuung angewiesen." Der Bedarf werde noch wachsen.

Im Dezember hatten laut IW bundesweit rund 228.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren gefehlt. Ein neues Investitionsprogramm soll bis zum Jahr 2020 für 100.000 zusätzliche Kita-Plätze sorgen.

(juju/dpa)
 
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