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Neue Studie zum Alkoholkonsum: Immer mehr Mädchen trinken sich ins Koma

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009 - 18:52

Berlin (RP). Die Zahl der Jugendlichen, die nach übermäßigem Alkoholkonsum ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Dies geht nach Informationen unserer Redaktion aus einer Studie der Gmünder Ersatzkasse hervor, die am Dienstag wird.

Die Zahl der Mädchen, die bis zur Besinnungslosigkeit trinken, ist noch deutlicher gestiegen als die Zahl der Jungen. Der Mediziner und Suchtforscher, Karl Mann, aus Mannheim erklärt den drastischen Anstieg: „Der Erlebnishunger der Jungendlichen unterliegt Moden. Noch vor acht Jahren wurden Ecstasy-Tabletten geschluckt. Vor zehn bis 15 Jahren waren harte Drogen angesagt. Seit einigen Jahren ist es der Alkohol.”

Mann forderte, die Alkoholsteuer zu verdoppeln. „Damit könnten wir den Konsum der Jugendlichen auf zehn Prozent des bisherigen Konsums senken.” Im internationalen Vergleich sei die Alkohol-Steuer in Deutschland zu niedrig. Der Suchtexperte verwies auch auf die körperlichen Schäden, die insbesondere Jugendliche durch Alkohol nehmen. Die Organe seien erst mit 18 bis 20 Jahren voll entwickelt. Durch starken Alkoholkonsum würde die Entwicklung gehemmt.

So könne der Alkohol Nervenverknüpfungen im Hirn schädigen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, verwies auf zahlreiche Präventionsprogramme und betonte: „Wichtig ist, dass vor Ort gemeinsam an einer Lösung gearbeitet wird, das heißt, wenn Kommunen, Vereine, Schulen und Polizei zusammenarbeiten, dann ist dies der richtige Weg.”

Aktuell werde gerade eine neue Broschüre an die Kommunen verteilt. Darin seien die besten Praxisbeispiele zur Prävention zusammengefasst, damit sie in ganz Deutschland übernommen werden könnten. „Die Aufklärung muss in der Schule stattfinden”, sagte der Chef der AOK-Rheinland, Wilfried Jacobs, unserer Redaktion. Die Krankenkasse schicke in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Mediziner in den Unterricht. Sie berichteten den Jugendlichen von dramatischen Fällen alkoholisierter Altersgenossen in der Notaufnahme.

Quelle: RP

 
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