Klimaschutz-Konferenz in Potsdam: Industriestaaten und Schwellenländer an einem Tisch
zuletzt aktualisiert: 16.03.2007 - 06:03Potsdam (RPO). In Potsdam beraten die Umweltminister der acht größten Industrieländer mit den fünf wichtigsten Schwellenländern: China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Gemeinsam wollen sie Klimaschutzziele erarbeiten. Bisher blockieren die Länder sich gegenseitig, weil keiner im Umweltschutz den ersten Schritt tun will.
Die G-8-Staaten - USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland sowie Russland - sind für 45 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich; zusammen mit den fünf geladenen Schwellenländern sind es sogar zwei Drittel der gefährlichen Emissionen. Die Schwellenländer sollen möglichst in den internationalen Klimaschutz eingebunden werden.
Gabriel dämpfte die Erwartungen. Es werde keine dicken Papiere oder Beschlüsse geben. "Die Rolle dieses Treffens ist eher die Rolle eines Pfadfinders", sagte der Minister. "Es geht darum: Wo sind die Wege, die uns gemeinsam zum Ziel führen." Alle Teilnehmer sollten Klartext reden und ihre Interessen offen legen. Dennoch hofft auch Gabriel auf echte Fortschritte: "Die internationalen Klimaverhandlungen brauchen dringend politischen Schwung." 2007 sei ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz.
Der Chef der UN-Umweltbehörde UNEP, Achim Steiner, sagte, bisher blockierten sich Industrie- und Schwellenländer gegenseitig nach dem Motto: "Wir können nicht mehr machen, weil ihr nicht mehr macht." Die Industrieländer müssten anerkennen, dass Brasilien oder China bereits erste Schritte in die richtige Richtung täten. "Die Positionen sind noch ziemlich weit auseinander", räumte Gabriel ein. Die Situation in den USA sei "unklar". Letztlich gebe es keine Alternative zu Verhandlungen.
Vereinbarung mit ASEAN
Bei einer Konferenz der EU mit den ASEAN-Staaten wurde ebenfalls eine engere Zusammenarbeit beim Klimaschutz vereinbart. In einer "Nürnberger Erklärung" sprachen sich die Teilnehmer für eine rasche Fortsetzung der UN-Klimaschutzbemühungen und eine Umsetzung des Kyoto-Protokolls aus. Zudem wollen die 37 Länder zusammenarbeiten, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben.
In Potsdam wiesen Gabriel wie auch die Umweltorganisationen darauf hin, dass bei der Bevölkerung bereits ein Umdenken eingesetzt habe. Dies zeigen auch neue Umfragen. So forderten vier von fünf Autofahrern in einer GfK-Umfrage schärfere Klimaschutz-Auflagen für Pkw. Auch im Haushalt setzt sich nach Angaben des Verbands der Elektrizitätswirtschaft der Energiespargedanke durch. So nutzten 2006 82 Prozent der Bundesbürger Energiesparlampen. Zehn Jahre zuvor waren es erst 73 Prozent gewesen.
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