Integrationsbeauftragte der Regierung: Jeder fünfte Staatsdiener soll Migrant sein
VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 07:46Berlin (RP). Jeder fünfte Beschäftigte im öffentlichen Dienst soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig aus einer Zuwandererfamilie kommen. Ebensoviele Menschen in Deutschland häten einen Migrationshintergrund. Dies müsse auch "angemessen" für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst gelten.
„Wir brauchen mehr Menschen aus Zuwandererfamilien im öffentlichen Dienst”, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, unserer Redaktion. Damit hat die Kanzleramtsbeuaftragte für Integrationsfragen eine lebhafte Debatte über die Beteiligung der Zuwanderer im Staatsdienst ausgelöst.
„Besonders dringend benötigen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen mit Migrationshintergrund”, ergänzt Böhmer. Sie seien als Brückenbauer und Ansprechpartner für die Jugendlichen aus Zuwandererfamilien besonders wertvoll.
Keine gesetzliche Quotenregelung
Auch im Polizeidienst, bei der Feuerwehr und in vielen kommunalen Verwaltungen habe sich der verstärkte Einsatz von Migranten inzwischen bewährt, betonte Böhmer. "Mit ihren Sprachkenntnissen und kulturellen Kompetenzen sind die Zuwanderer ein großer Gewinn." Eine gesetzliche Quotenregelung will die CDU-Frau allerdings nicht einführen. Es gehe vielmehr um eine politische Zielsetzung.
Schon im Koalitionsvertrag hatten sich Union und FDP für eine verstärke Beschäftigung von Migranten im öffentlichen Dienst ausgesprochen. In Deutschland setzen bereits mehr als 700 Behörden, Institutionen und Unternehmen auf die Fähigkeiten von Zuwanderern. Diese Institutionen haben die so genannte Charta der Vielfalt unterzeichnet. Die Bundesregierung strebt für 2010 die Gesamtzahl von 1000 Unterzeichnern an.
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