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Nach Germanwings-Absturz
Hermann: Berufsverbot bei Depressionen denkbar

Joachim Hermann: Berufsverbot bei Depressionen denkbar
Bayerns Innenminister: Voraussetzung sei eine "sorgfältige medizinische Begutachtung". FOTO: dpa, tim
Berlin. Nach dem vermutlich vom Copiloten absichtlich herbeigeführten Absturz eines Germanwings -Flugzeugs hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen für denkbar.

Voraussetzung sei eine "sorgfältige medizinische Begutachtung", sagte Herrmann dem Magazin "Focus" laut einer Vorabmeldung vom Freitag. "Wenn diese zum Ergebnis kommt, dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden", sagte Herrmann.

"Verbot hängt vom Einzelfall ab"

Ähnlich äußert sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, gegenüber dem Magazin: "Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein." Das hänge aber sehr vom Einzelfall ab. "Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz", sagte der Gesundheitsexperte.

(REU)
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