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Wahlkampf 2017
CSU-Kandidat droht Griechenland mit Schengen-Rauswurf

Joachim Herrmann (CSU) will Griechenland aus Schengen-Raum werfen
CSU-Spitzenkandidat Josef Herrmann vor einem Termin in Berlin (Archiv). FOTO: dpa, bvj cul
Berlin. Der CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann droht Griechenland mit dem Ausschluss aus dem Schengen-Raum. Er wirft dem Land vor, die Kontrolle über die Grenzen zu verlieren.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat Griechenland in einem Interview Kontrollverlust vorgeworfen. "Die Griechen sagen es ganz offen: 'Wir können unsere Seegrenzen nicht kontrollieren", so Herrmann in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. "Dann sage ich: 'Griechenland kann und darf nicht mehr Teil des Schengen-Raums sein, wenn das nicht funktioniert!' Solange müssen wir unsere Grenzen selbst schützen."

Die Tatsache, dass in zweieinhalb Jahren rund 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien, von denen 70 Prozent keinerlei Papiere gehabt hätten, bedeute ganz klar "einen Kontrollverlust", sagte Herrmann.  "Wir müssen wissen, wer zu uns kommt. Das war nicht der Fall." Joachim Hermann wird für den Fall eines Union-Wahlsieges als Ministerkandidat gehandelt. CSU-Chef Horst Seehofer hatte dem "Spiegel" gesagt: "Die CSU will Joachim Herrmann als Innenminister nach Berlin schicken.

Widerspruch erntet Herrmann für seinen Schengen-Kommentar vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD). "Der Kontrollverlust war selbst verschuldet", sagte er dem Blatt. Italien und Griechenland hätten schon lange vor der Migrationswelle 2015 um Hilfe gerufen. "Wir haben sie aber ignoriert und nur gesagt: 'Die Flüchtlinge kommen bei euch an, denen müsst ihr Asyl geben, so sehen es die Dublin-Regeln nun mal vor.'" Pistorius fordert mehr deutsches Engagement bei der Sicherung der EU-Außengrenzen.

(juju/REU)
 
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