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Landesparteitag in Arnsberg
Jörg Burger ist neuer AfD-Chef in NRW

Landesparteitag in Arnsberg: Jörg Burger ist neuer AfD-Chef in NRW
Jörg Burger ist neuer Vorsitzender der AfD in NRW. FOTO: dpa, Jörg Taron
Arnsberg. Nach heftigen internen Streitigkeiten hat der nordrhein-westfälische Landesverband der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) eine neue Führung. Bei einem Landesparteitag in Arnsberg wurde Jörg Burger zum Vorstandssprecher gewählt.

Der 53 Jahre alte Diplomkaufmann aus St. Augustin war vor dem Parteitag von seinem bisherigen Amt als Landesschatzmeister zurückgetreten. Am Sonntag wählten die rund 350 angereisten Parteimitglieder den Juristen Hermann Behrendt und der Steuerfahnder Hans-Werner Schmitz zu seinen Stellvertretern.

Insgesamt hat die Partei nach Auskunft einer Sprecherin derzeit rund 3200 Mitglieder in NRW. "Außerdem liegen noch mehr als 200 Anträge vor, die wir zwar schon geprüft haben, die aber wegen des nicht arbeitsfähigen Vorstandes nicht abschließend bearbeiten konnten", sagte sie Sprecherin.

Im NRW-Landesverband hatte es Auseinandersetzungen um den alten Vorstand gegeben. Die Führungsriege um den bisherigen Vorstandssprecher Alexander Dilger war zurückgetreten. Drei weitere Vorstandsmitglieder, die ihre Posten nicht zur Verfügung stellen wollten, wurden von der Versammlung in Arnsberg abgewählt. Dilger hatte bereits vor der Versammlung erklärt, dass er nicht wieder für den Landesvorstand kandidieren wolle. Er bewarb sich aber genau wie sein Nachfolger Burger und 30 weitere Parteimitglieder als Kandidat für die Europawahl.

Am Samstag hatte der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke die Parteimitglieder zur Geschlossenheit aufgerufen. Er ermunterte die Mitglieder aber zugleich auch, für ihre Meinungen zu streiten. "Da muss die Partei es aushalten können, dass es Auseinandersetzungen gibt und an der einen oder anderen Stelle auch mal kracht", sagte er.

Die Führungsstreitigkeiten im Landesverband kritisierte er allerdings: Diese Freiheit dürfe aber nicht für die Vorstände gelten. "Da muss man an einem Strang ziehen, sonst zerfleischt man sich."

Geplante Debatten zur Europa- und Kommunalwahl im kommenden Mai wurden wegen der langwierigen Wahlen von der Tagesordnung des Parteitags genommen. Im Januar will sich der Landesverband erneut zu einem Parteitag treffen, bei dem auch über die Kandidaten zur Europawahl abgestimmt werden soll.

(lnw)
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