| 18.35 Uhr

Drogenaffäre
Jüdische Prominente setzen sich für Volker Beck ein

Fotos: Leben und Karriere von Volker Beck
Fotos: Leben und Karriere von Volker Beck FOTO: dpa, car cul tba
Berlin. Namhafte Vertreter des Judentums in Deutschland wünschen sich den Grünen-Politiker Volker Beck weiterhin als religionspolitischen Sprecher seiner Fraktion und als Vorsitzenden der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.

Mehr als 30 jüdische Prominente aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich jetzt nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" (Montag) an die beiden Fraktionschefs Katrin-Göring Eckhardt und Anton Hofreiter gewandt, um für Becks Verbleib in den Ämtern zu werben.

In einem dreiseitigen Brief, der dem Blatt vorliegt, heißt es unter anderem, Beck sei ein "wichtiger und zuverlässiger Partner aller in Deutschland lebenden Juden gleich welcher Staatsbürgerschaft". Auch sei der Politiker ein "engagierter Mitgestalter" der deutsch-israelischen Beziehungen auf parlamentarischer wie auf zivilgesellschaftlicher Ebene".

Avitall Gerstetter startete Initiative

Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören die früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch und Dieter Graumann, der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, sowie der Publizist Sergey Lagodinsky. Die Initiative soll von der Kantorin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Avitall Gerstetter, ausgegangen sein.

Bei Beck waren Anfang März bei einer Polizeikontrolle im Berliner Bezirk Schöneberg 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelsuspekten" Substanz gefunden worden. Kurz darauf legte er seine Ämter nieder, sein Bundestagsmandat behielt der 55-Jährige. Mitte April stellte die Staatsanwaltschaft Berlin ihre Ermittlungen gegen Beck ein - gegen die Zahlung einer Geldbuße von 7.000 Euro.

Beck war seit gut zwei Jahren religionspolitischer Sprecher bei den Grünen. Er bezeichnete sich als "Christ, der aber nicht organisiert ist". In den zurückliegenden Jahren meldete er sich auch immer wieder als Kritiker der katholischen Kirche zu Wort. So bemängelte er den Umgang der Kirche mit Homosexuellen und setzte sich für die Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe sowie für deren Adoptionsrecht ein.

(KNA)
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