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Studie der WHO: Jugend in Deutschland: Rauchen, trinken, kiffen

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 05.06.2004 - 09:55

Berlin (RP). Deutsche Jugendliche konsumieren übermäßig Drogen: In keinem anderen europäischen Land qualmen 15-Jährige soviel wie in Deutschland. 25 Prozent der Jungen und 27 Prozent der Mädchen rauchen täglich Zigaretten. Beim Alkohol gehören sie nach ihren Altersgenossen aus Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark zur Spitzengruppe der Vieltrinker.

Knapp 40 Prozent der 15-Jährigen berichten, dass sie schon mal einen Rausch hatten. Es wird auch munter gekifft. Nahezu jeder fünfte Jugendliche greift regelmäßig zu Haschisch. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für den internationalen Vergleich 162 000 Jugendliche aus 35 Ländern zwischen elf und 15 Jahren befragt. Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der die Umfrage für Deutschland ausgewertet hat, zeigte sich besorgt: „Zigarettenrauchen ist ein Indiz für geringe Lebenszufriedenheit, negative gesundheitliche Selbsteinschätzung und geringen Schulerfolg.“

Wer viel rauche, habe auch schlechte Beziehungen zu den Eltern, so der Sozialwissenschaftler. Eine geringe Lebenszufriedenheit spiegelt sich wohl auch im aggressiven Verhalten der Jugendlichen. Deutschland gehört zu den Spitzenreitern mit einer besonders hohen Mobbingrate bei Teenagern. Beinahe jeder dritte Jugendliche erklärte sogar, er sei in den vergangenen zwölf Monaten in eine Schlägerei verwickelt gewesen.

Deutsche Jugendliche sind Bewegungsmuffel 

Als „relativ zufrieden stellend“ bezeichneten die Wissenschaftler die Ernährung der Jugendlichen. Die Deutschen essen im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus anderen Ländern mehr Obst und Gemüse. Beim Übergewicht landeten sie im Mittelfeld. Die Teenager aus den USA und aus Südeuropa sind dicker als die Deutschen. Allerdings sind deutsche Jugendliche Bewegungsmuffel. Laut Weltgesundheitsorganisation sollten Jugendliche an mindestens fünf Tagen pro Woche eine Stunde körperlich aktiv sein. Das schafft in Deutschland noch nicht einmal die Hälfte aller Elf- bis 15-Jährigen. Und wie lässt sich das alles ertragen? Immerhin: Wehleidig sind sie nicht, die Jugendlichen in Deutschland.


 
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