kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Franz Josef Jung Pan2
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Luftangriff in Afghanistan: Jung tritt zurück

zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 13:32

Berlin (RPO). Arbeitsminister Franz Josef Jung wird noch am Freitag von seinem Amt zurücktreten. Das bestätigte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin laut Medienberichten. Der CDU-Politiker hatte wegen der Vertuschungsaffäre um den Luftangriff in Afghanistan für 13.30 Uhr eine Erklärung angekündigt. Zuvor hatte der neue Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg nach einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses erklärt,  ihm seien neun Berichte und Einschätzungen zum Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan vorenthalten worden.

Ein Untersuchungsausschuss zu den Informationspannen nach dem Luftangriff in Afghanistan scheint so gut wie beschlossen - neben den Oppositionsparteien signalisierte auch die Union am Freitag Zustimmung. 

Neubewertung des Bombardements

Guttenberg versicherte, er werde nach Durchsicht der Berichte zu einer Neubewertung seiner Einschätzung des Bombardements vom 4. September kommen, bat sich aber Zeit aus.

Unmittelbar nach Amtsantritt und nach Kenntnisnahme des ISAF-Berichts über den Luftschlag, bei dem laut NATO bis zu 142 Menschen getötet wurden, hatte Guttenberg ihn als "militärisch angemessen" bezeichnet. Er versicherte erneut, größtmögliche Transparenz bei der Aufklärung des Falles herstellen zu wollen. Nötigenfalls werde er die Geheimhaltung herabstufen, damit das Parlament die Berichte zur Kenntnis nehmen und den Vorgang bewerten könne.

Die Entlassung des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan und von Staatssekretär Peter Wichert begründete Guttenberg ausschließlich mit ihrem Verhalten ihm gegenüber. Wegen der mangelnden Information sei die Vertrauensbasis nicht mehr gegeben. Zur Amtszeit seines Vorgängers Franz Josef Jung wollte er nicht Stellung nehmen, dankte aber den Entlassenen nochmals für ihre langjährige Arbeit im Dienst des Ministeriums und der Bundeswehr. Sie würden am 3. Dezember mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet, kündigte er an.

Interne Untersuchung angeordnet

Guttenberg beauftragte nach eigenen Angaben Staatssekretär Rüdiger Wolf mit einer internen Untersuchung der Vorgänge. "Ich will die Zeit umfassend bewertet sehen bezüglich der Kommunikations- und Informationsstränge", sagte er. Es gebe dort wohl grundsätzlichen Verbesserungsbedarf. Dennoch betonte er, er habe hohes Vertrauen in die militärische Spitze der Bundeswehr. Er baue auf wechselseitiges Vertrauen und Loyalität.

Ausgerechnet mit seiner Rechtfertigung im Bundestag soll sich Jung nach einem Bericht der "Bild" noch angreifbarer als zuvor gemacht haben. Demnach hat Jung am 8. September und erneut am Donnerstag aus einem Bericht zitiert, den das deutsche Regionalkommando Masar-i-Sharif am 6. September an das Einsatzführungskommando in Potsdam geschickt hat.

Darin enthalten gewesen sei ein Brief des Gouverneurs von Kundus an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, in dem der Gouverneur erklärte, alle bei dem Angriff Getöteten hätten zu den Taliban gehört. Dieser Bericht sei auf dem selben Weg an Jungs Ministerium gegangen, wie alle anderen Einzelmeldungen über zivile Opfer und mangelnde Aufklärung vor dem Angriff. Die Einzelmeldungen seien dann am 9. September für den Bericht der Feldjäger zusammengestellt und nach Deutschland geschickt worden.

SPD hatte Rücktritt nahegelegt

Die SPD hatte Jung den Rücktritt nahegelegt. Es werde jetzt auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel schwierig, ihn zu halten, sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. Jung sei auch jetzt in einem Schlüsselressort. "Hier bräuchte man eigentlich den besten Minister."

Arnold sagte, nach den unzureichenden Erklärungen Jungs im Bundestagsplenum müssten jetzt die Fakten auf den Tisch. "Wir wollen wissen, auf welchem Schreibtisch waren die Erkenntnisse." Auch solle Guttenberg dem Ausschuss erklären, ob und warum er seine Meinung ändern müsse, dass der Luftschlag angemessen gewesen sei.

Jung hatte im Bundestag zwar Informationslücken eingeräumt, aber versichert, Parlament und Öffentlichkeit korrekt über seinen Kenntnisstand informiert zu haben. Der CDU-Politiker lehnte es ab, für die Informationspannen die politische Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten.

Quelle: AP/pegn

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

Ungeachtet neuer diplomatischer Zwangsmaßnahmen werden in Syrien weiter Menschen ermordet. mehr 

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen. Seine zweifelnden Äußerungen über das Einstehen Deutschlands für Israel im Ernstfall sorgen für Aufregung. VON Aus Israel berichtet Birgit Marschall  mehr

 
 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Top-Services