Lonsdale: Jusos sorgen für Wirbel um populäre Neonazi-Kleidung
zuletzt aktualisiert: 22.03.2006 - 08:49Papenburg/Essen/Neuss (rpo). Die Jungen Sozialisten (Jusos) haben mit einer Aktion gegen den Vertrieb von unter Neonazis bevorzugter Kleidung für Wirbel gesorgt. Das Versandhaus Quelle nahm nach einem Brief der Jusos die Kleidung der Firma Lonsdale zeitweise aus dem Sortiment.
Das Versandhaus Quelle verbannte die britische Bekleidungsmarke "Lonsdale" zeitweise aus seinem Programm, nachdem es von der SPD-Nachwuchsorganisation auf die Popularität des Labels unter Neonazis aufmerksam gemacht worden war. Mittlerweile ist der Versandhausriese wieder zurückgerudert. "Die Ausgangslage hat sich verändert. Wir werden weitere Schritte erst noch einmal beraten und dann neu entscheiden", sagte Jörg Howe, Sprecher des Quelle-Mutterkonzerns KarstadtQuelle AG, auf Anfrage in Essen.
In einem Brief hatten die Jusos das Versandhaus vor zwei Monaten aufgefordert, "Neonazis den Zugang zu ihren Identifikationssymbolen zu erschweren". Gemeint waren "Lonsdale"-Artikel. In einem Antwortschreiben kündigte Quelle-Vorstand Michael Badke daraufhin an, die Produkte aus dem Angebot zu nehmen. Das habe "der Einkauf spontan entschieden". Man wolle damit den Vorwurf entkräften, das Unternehmen unterstütze Rechtsextremisten mit dem Verkauf derartiger Textilien. Die Folge waren massive Proteste von Anhängern des Labels, die unter anderem darauf verwiesen, dass "Lonsdale" gerade für sein konsequentes Engagement gegen Rassismus bekannt sei.
Jetzt bedauern auch die Jusos die Entwicklung. Es sei nicht deutlich genug gemacht worden, dass man bestimmte Abnehmer und nicht das Markenunternehmen habe treffen wollen, sagte Vorstandsmitglied Dirk Visser. Seine Organisation werde auf Quelle und den deutschen "Lonsdale"-Vertriebspartner Punch zugehen und die Intention noch einmal darlegen. An weiteren Aktionen gegen Rechtsradikalismus wolle der SPD-Nachwuchs aber festhalten.
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