Kinderhilfswerk terre des hommes will Maulkorb loswerden: Kanzler-Adoption könnte vor Gericht enden
zuletzt aktualisiert: 19.09.2004 - 09:28München (rpo). Die Adoption der dreijährigen Viktoria durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird wohl die Richter beschäftigen. Das Kinderhilfswerk terre des hommes will sich keinen Maulkorb vom SPD-Politiker verpassen lassen und zieht vermutlich vor Gericht.
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" schreibt, erwägt das Kinderhilfswerk terre des hommes rechtliche Schritte gegen die einstweilige Verfügung, die ein Anwalt im Namen der dreijährigen Viktoria Schröder erwirkt hat. Danach ist es der Organisation verboten, "jegliche Einzelheiten in Bezug auf die Antragstellerin mit Ausnahme ihres Vornamens, ihres Alters und ihres Herkunftslandes zu verbreiten".
Terre des hommes fordert, dass alle Auslands-Adoptionen nach den Regeln des Haager Adoptions-Übereinkommens zum Schutz von Kindern ablaufen sollen. Zu den Begleitumständen der Promi-Adoption hatte sich das Kinderhilfswerk vergangene Woche kritisch geäußert. Die Adoptions-Expertin und Leiterin der Hamburger International Child's Care Organisation, Eva Maria Hofer, sagte "Focus": "Man kann den Eindruck gewinnen, dass terre des hommes hier in ein Wespennest gestochen hat." Laut "Focus" nannte Regierungssprecher Bela Anda die Adoption des Mädchens "absolut gesetzestreu".
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