kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Bundestag: Kein Wahlrecht für Kinder

zuletzt aktualisiert: 03.06.2005 - 14:50

Berlin (rpo). Kinder werden in der Bundesrepublik auch in Zukunft nicht wählen dürfen. Der Bundestag lehnte dies am Donnerstagabend ab. Im weitgehend leeren Parlament stritten Befürworter und Kritiker überraschend emotional um die Gesetzesänderung. Aus allen Fraktionen kamen ablehnende Stimmen wie positive Voten. Die SPD-Innenpolitikerin Barbara Wittig (SPD) bewertete ein Kinderwahlrecht als "demokratietheoretischen Irrweg".

Dagegen rief Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Bündnisgrüne) dazu auf, endlich anzuerkennen, dass Kinder "auch Bürger sind". Sie verglich den Streit mit der Debatte um die Einführung des Frauenwahlrechts.

Während Befürworter durch das Kinderwahlrecht mehr Einfluss für Familien erhofften, wiesen Kritiker den vorgeschlagenen Weg als nicht praktikabel und undurchdacht zurück. Von SPD, FDP und Bündnisgrünen plädierte jeweils ein Parlamentarier für und ein anderer gegen eine Gesetzesänderung; aus der Union sprach nur eine Rednerin gegen die Änderung. Einer ursprünglich vorgesehenen zweiten Rednerin, die sich gleichfalls kritisch äußern wollte, erteilte Sitzungspräsident Hermann Otto Solms (FDP) nicht das Wort, weil bei den Planungen jeweils ein Pro- und ein Kontra-Votum vorgesehen gewesen sei.

Die 47 Parlamentarier, die den Gruppenantrag mittrugen, wollten das Kinderwahlrecht bis zur Volljährigkeit den Eltern oder Erziehungsberechtigten treuhänderisch übertragen. Die Liste der Unterzeichner reicht von Parlamentspräsident Wolfgang Thierse (SPD) über seine Stellvertreter Vollmer und Solms bis zum aus der Unionsfraktion ausgeschlossenen Martin Hohmann.

Klaus Haupt (FDP), einer der Initiatoren des Antrags, forderte "eine Entscheidung für die Zukunft". Es gehe um eine wesentliche Zukunftsfrage der Gesellschaft. Er mahnte, Kinder seien Bürger von Geburt an. Ähnlich äußerten sich Vollmer und der SPD-Innenpolitiker Rolf Stöckel (SPD), der von einer zentralen Wertefrage sprach. "Wovor haben wir eigentlich Angst?", meinte er und kündigte bereits eine erneute Initiative für die nächste Legislaturperiode an.

"Druck von außen"

Dagegen nannte die SPD-Politikerin Wittig ein Wahlrecht von Geburt an unvereinbar mit den Grundsätzen der allgemeinen, freien, gleichen, geheimen und unmittelbaren Wahl. Sie räumte ein, dass viele Menschen aus allen politischen Lagern eine "noch bessere Berücksichtigung" der Anliegen von Kindern, jungen Menschen und Familien für geboten hielten. Auch Irmingard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin der Bündnisgrünen, nannte den Vorschlag verfassungswidrig, lebensfremd und unpraktikabel. Beatrix Philipp (CDU) betonte, gerade für Familien mit Kindern müsse mehr getan werden. Sie seien das Fundament einer solidarischen Gesellschaft. Verfassungsrechtler hätten den Antrag aber bei den Beratungen in allen Punkten "auseinander genommen". Mehrere Abgeordnete beklagten, dass bei diesem Thema "Druck von außen" aufgebaut werde.

Große Familienverbände wie der Familienbund der Katholiken befürworten ein Wahlrecht von Geburt an. Bei einer Repräsentativumfrage der "Wirtschaftswoche" vom Herbst 2003 sprachen sich allerdings drei Viertel der Deutschen gegen ein zusätzliches Stimmrecht von Eltern für ihre minderjährigen Kinder aus.

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services