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Kinderbetreuung
Bund und Länder wollen Milliarden in Kita-Qualität investieren

Kinderbetreuung: Bund und Länder wollen Milliarden in Kita-Qualität investieren
Die Betreuung in deutschen Kitas soll besser werden. (Symbolbild) FOTO: dpa, rhi pzi fux
Berlin. Bund und Länder wollen die Qualität der Kita-Betreuung verbessern. Dafür sollen Milliardenbeträge bereitgestellt werden. In Deutschland wird jedes dritte Kind unter drei Jahren in einer Kita betreut.

Für eine neue Qualitätsoffensive in der Kindertagesbetreuung wollen Bund und Länder in den nächsten Jahren stetig wachsende Milliardenbeträge bereitstellen. Der Finanzbedarf für die gemeinsamen Qualitätsziele - mehr Fachpersonal in den Kitas, bessere Sprachförderung und Gebührenentlastung für Eltern - liege bei insgesamt rund zehn Milliarden Euro pro Jahr, sagte Familienministerin Manuela Schwesig am Dienstag in Berlin.

Die SPD-Politikerin will dafür sorgen, dass der Bund 2018 zusätzlich eine Milliarde Euro übernimmt und diesen Beitrag in einem Stufenplan auf jährlich fünf Milliarden Euro erhöht. In den nächsten Monaten sollten "Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz erarbeitet werden", sagte Schwesig. Wichtig sei ein "Instrumentenkasten", aus dem sich jedes Bundesland nach seinen Bedürfnissen bei der Qualitätsverbesserung von Kita-Betreuung bedienen kann. Die den Ländern jeweils zugeteilte Summe solle sich an der Anzahl der unter dreijährigen Kinder orientieren - das sei die gerechteste Lösung.

Betreuungsquoten seien gut, die Qualität nicht

Für die Länderseite nannte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) Kita-Standards "unverzichtbar". Die Betreuungsquoten seien insgesamt gut, aber bei der Qualität gebe es Nachholbedarf. Die Einhaltung der Standards solle durch eine Zielvereinbarung des Bundes als Geldgeber mit jedem einzelnen Bundesland gesichert werden. Baaske verwies auf eine Berechnung von Experten, wonach der Bund von seinen Investitionen stark profitiere. Für jeden in bessere Kita-Betreuung investierten Euro erhalte er 53 Euro zurück - Geld, das sonst beispielsweise in Sozialkosten und Arbeitlosengeld fließen würde.

Nach dem neuen Bund-Länder-Zwischenbericht "Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern" liegt der qualitativ notwendige Fachkraft-Kind-Betreuungsschlüssel für unter Dreijährige bei 1 zu 3 bis 1 zu 4, ab dem dritten Lebensjahr dann bei 1 zu 9. Wie das Statistische Bundesamt im September mitgeteilt hatte, wird derzeit in Deutschland ein Drittel aller Kinder unter drei Jahren (32,7 Prozent) in einer Kita betreut.

Große Unterschiede gibt es nach wie vor zwischen Ost und West: Während die Betreuungsquote in den westdeutschen Ländern durchschnittlich 28,1 Prozent betrug, lag sie in Ostdeutschland bei 51,8 Prozent. In den knapp 55 000 Kindertageseinrichtungen in Deutschland arbeiten nach Angaben der Statistiker rund 575 000 Fachkräfte. Seit dem 1. August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz.

(mre/dpa)
 
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