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Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger: "Kinderporno-Seiten löschen statt sperren"

zuletzt aktualisiert: 06.12.2009 - 13:30

Berlin (RPO). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich gegen Zugangssperren für Seiten mit Kinderpornografie im Internet ausgesprochen. "Natürlich dürfen solche Inhalte nicht ins Netz. Wir sagen deshalb: Löschen statt sperren. Das ist der richtige Weg. Diesen Grundsatz haben wir in der Koalition verabredet", sagte die FDP-Politikerin in einem Interview.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Foto: ddp

Internet-Sperren seien technisch leicht umgehbar. "Sie bringen nicht den Nutzen, der erwartet wird. Außerdem hat dieser Vorstoß zu einer großen Verunsicherung der Nutzer geführt. So haben wir die Piratenpartei bekommen", sagte sie zur Begründung in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Leutheusser-Schnarrenberger kündigte intensive Gespräche mit den Ländern an, in denen die Anbieter von Kinderpornografie beheimatet sind. "Server stehen auch in den Vereinigten Staaten, Australien oder Neuseeland, also in Ländern, mit denen wir auf polizeilicher Ebene eine enge Zusammenarbeit haben."

Das Zugangserschwerungsgesetz, das Internetsperren vorsieht und das derzeit beim Bundespräsidenten zur Unterzeichnung liegt, hält Leutheusser-Schnarrenberger für falsch: "Die jetzige Koalition hat mit diesem Gesetz Probleme. Das Gesetzgebungsverfahren war unglücklich, weil die Große Koalition versucht hat, die neue Regelung in letzter Minute durchs Parlament zu peitschen. Wenn das Gesetz nicht in Kraft träte, würde das vieles erleichtern", sagte die FDP-Ministerin der Zeitung.


Quelle: AP/felt

 
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