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Runder Tisch Kindesmissbrauch: Kinderschutzbund-Präsident von erstem Treffen enttäuscht

zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 - 08:23

Dortmund (RPO). Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hat sich enttäuscht über das erste Treffen des Runden Tischs gegen sexuellen Kindesmissbrauch geäußert. "Es war ein Anfang, nicht mehr. Ein paar Grundsatzerklärungen, das war's", wird Hilgers in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" zitiert.

Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, fordert eine Grundsicherung.  Foto: AP, AP
Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, fordert eine Grundsicherung. Foto: AP, AP

Er kritisierte besonders den Zeitraum, bis zu dem erste Ergebnisse vorliegen sollen: "Bis Ende des Jahres soll ein Zwischenbericht vorliegen, wurde angekündigt. Mir dauert das viel zu lange."

Es bestehe die Gefahr, dass bis dahin das Thema wieder von der Tagesordnung verschwinde, sagte Hilgers. "Bis zur Sommerpause muss ein Abschlussbericht vorliegen. Das ist zu schaffen", forderte er.

Darüber hinaus beklagte Hilgers die schlechte finanzielle Ausstattung der Beratungseinrichtungen. "Fast überall drohen Kürzungen. Die Beratung muss finanziell besser abgesichert werden", sagte er den Angaben zufolge. Außerdem sprach er sich für Entschädigungsleistungen für die Opfer aus. "Wir brauchen hier eine freiwillige Selbstverpflichtung", sagte er.

Führungszeugnisse für Lehrer

Um Kinder besser zu schützen, sollten außerdem auch Lehrer zukünftig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, verlangte Hilgers. Ähnlich äußerte sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast. "Wir wären einen Riesenschritt weiter, wenn wir in Zukunft Führungszeugnisse verlangen überall dort, wo Erwachsene mit Kindern arbeiten", sagte sie den "Stuttgarter Nachrichten". "Das gilt für jeden Trainer, jeden Lehrer."

Allerdings müssten sich auch Polizeien, Staatsanwaltschaften und Gerichte weiterqualifizieren, "damit diese Zeugnisse schnell erstellt werden und auf dem neuesten Stand sind, wenn sie von Behörden und potenziellen Arbeitgebern abgefragt werden".

Den Runden Tisch bezeichnete sie als "Show": Der gesellschaftlichen Debatte solle die Spitze genommen werden, aber letztlich hätten sich die Arbeitskreise zunächst einmal alle vertagt, wird sie zitiert.

Quelle: apd/nbe

 
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