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Zusätzliche Betreuung benötigt
De Maizière rechnet mit 70.000 Kita-Plätzen für Flüchtlingskinder

Top 10: In diesen NRW-Städten sind Flüchtlinge untergebracht
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Berlin. Schätzungen der Bundesregierung zufolge wird der Bedarf an Kita-Plätzen in Deutschland aufgrund der Zuwanderung erheblich steigen. Bei 800.000 in diesem Jahr eingetroffenen Flüchtlingen sei mit einem Zusatzbedarf von rund 70.000 Betreuungsplätzen zu rechnen.

Das schrieb Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) als Antwort auf eine Anfrage von Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU). Weiter teilte der Innenminister in dem Brief mit, der voraussichtliche Bedarf an zusätzlichem Kita-Personal belaufe sich auf etwa 9000 Vollzeitstellen. Der Zusatzbedarf an Kita-Plätzen ergibt sich laut Innenministerium aus der Schätzung, dass unter 800.000 Flüchtlingen rund 110.000 Kinder unter sieben Jahren zu erwarten seien.

Für den voraussichtlichen Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen und die Zahl zusätzlicher Lehrer machte das Innenministerium hingegen keine Angaben, da die Planung hierfür Ländersache sei. Wie es in de Maizières Schreiben außerdem hieß, seien im kommenden Jahr durch den Flüchtlingszuzug bis zu 465.000 zusätzliche Hartz-IV-Berechtigte zu erwarten. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" (Donnerstagsausgabe) über den Brief des Innenministers berichtet.

Schätzungen der CSU zum erwartbaren Familiennachzug widersprach de Maizière: Die Annahme, auf derzeit 200.000 syrische Flüchtlinge kämen zusätzlich 600.000 Angehörige, bezeichnete der Minister als "deutlich zu hoch". Es sei kaum anzunehmen, dass jeder anerkannte syrische Flüchtling Nachzugsansprüche stellen werde.

Dennoch sei aufgrund der insgesamt hohen Flüchtlingszahlen mit einer "erheblichen Zahl" Nachzugsberechtigter zu rechnen. Singhammer forderte deswegen gegenüber AFP, den Familiennachzug auf ein Maß zu begrenzen, "das in Zusammenhang mit verfügbarem Wohnraum und unserer Infrastruktur steht".

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(isw/AFP)