Umfrage: Klare Mehrheit gegen Samstagsunterricht
zuletzt aktualisiert: 09.08.2007 - 10:13Köln (RPO). Der Plan der NRW-Landesregierung, an den Schulen wieder den Samstagsunterricht zu ermöglichen, stößt bei unseren Lesern auf breite Ablehnung. In einer Blitzumfrage lehnten über 80 Prozent die Sechs-Tage-Woche ab.
Die Meldung der Rheinischen Post schlug hohe Wellen, in den Diskussionsforen ging es drunter und drüber. Das Ergebnis unserer Umfrage spricht jedoch eine klare Sprache. 81,7 Prozent der Teilnehmer votierten gegen einen weiteren Schultag.
Das Ergebnis deckt sich mit anderen Umfragen. Auch in einer Blitzumfrage des Bonner Meinungsforschungs-Instituts Omniquest im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeigers" lehnten fast drei Viertel (72,5 Prozent) der Befragten mit schulpflichtigen Kindern die Sechs-Tage-Woche ab. In der Gesamtbevölkerung verschoben sich die Gewichte allerdings: 57,5 Prozent der Befragten sagten, sie seien gegen den Samstagsunterricht. Nur 31,6 Prozent sprachen sich dafür aus. Omniquest befragte am Mittwoch 500 NRW-Bürger ab 14 Jahren.
Der Dortmunder Bildungsforscher Ernst Rösner kritisierte die Option einer Sechs-Tage-Woche derweil in der "Frankfurter Rundschau" laut Vorabbericht als rückwärtsgewandte Entscheidung. Es handle sich um eine billigen Notlösung.
NRW hat die Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre gekürzt. Die Schulen müssen denselben Stoff nun in kürzerer Zeit und in zusätzlichen Unterrichtsstunden vermitteln. "Richtig wäre es gewesen, den Schulen auch Unterricht am Nachmittag zu ermöglichen", sagte Rösner. Dafür sei ein "ordentlicher Ganztagsbetrieb" nötig.
Führten Schulen die Sechs-Tage-Woche wieder ein, würden sich Lehrer wohl auch seltener fortbilden. Rösner verwies darauf, dass Weiterbildungen in NRW seit kurzem in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden müssen.
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