Eigentümer müssen bis zu 10.000 Euro zahlen: Klimapläne laut Glos-Studie unbezahlbar
zuletzt aktualisiert: 04.08.2007 - 12:50Düsseldorf/Braunschweig (RPO). Der Streit zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium geht in die nächste Runde. So hat das Ministerium von Michael Glos einem Pressebericht zufolge intern das geplante Programm zum Klimaschutz durchgerechnet. Ergebnis: Privathaushalte werden angeblich mit 50 Milliarden Euro belastet.
Wie die "Wirtschaftswoche" am Samstag vorab meldete, nahm das Wirtschaftsministerium die 28 Vorschläge von Gabriel zum Klimaschutz unter die Lupe und hält die Belastung für Besitzer von Eigenheimen und Mietwohnungen für viel zu hoch.
Rund eine Million Haushalte müssten dem Bericht zufolge bis zu 10. 000 Euro für Investitionen in erneuerbare Energien ausgeben. Rund 2,4 Millionen Haushalte würden mit rund 5000 Euro belastet, weil sie Einscheibenfenster und Heizkessel erneuern müssten, die mehr als 20 Jahre alt sind. Die 1,4 Millionen Haushalte, die derzeit noch mit Strom heizen, müssten für den Einbau anderer Heizkessel im Schnitt sogar 20.000 Euro zahlen.
Bundesumweltminister Gabriel verteidigte die Pläne seines Ministeriums. "Wir werden auf jeden Fall eine Klimaschutz- und Energiepolitik betreiben, die im Ergebnis nicht zu höheren Belastungen der Verbraucher führt", sagte Gabriel der "Braunschweiger Zeitung" (Samstagsausgabe). "Im Kern geht es um die Umstellung der Energieerzeugung, das ist im wesentlichen eine technische Frage." Zwar könne ein Auto mit einer sparsamen Technik künftig 1000 Euro mehr kosten. Die Mehrkosten würden aber wieder hereingespielt, weil das Auto weniger verbrauche.
"Ich verstehe den Widerstand des Wirtschaftsministeriums und der CDU/CSU zu bestimmten Maßnahmen zur höheren Energieeffizienz überhaupt nicht", sagte Gabriel weiter. "Sie fallen ihrer eigenen Kanzlerin damit in den Rücken." Merkel habe auf internationaler Ebene vereinbart, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Dies werde sie nicht einhalten können, wenn es nicht zu mehr Energieeffizienz und Energieeinsparung komme, fügte er hinzu. Die große Koalition will über die Maßnahmen für Energiesparen und Klimaschutz bei ihrer Klausur Ende August im brandenburgischen Meseberg beraten.
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