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Messerattacke in Frankfurt: Knobloch bestürzt über Angriff auf Rabbiner

zuletzt aktualisiert: 08.09.2007 - 22:31

Frankfurt/Main (RPO). Charlotte Knobloch hat sich als Präsidentin des Zentralrats der Juden bestürzt über den Messerangriff auf einen Rabbiner am Freitag in Frankfurt am Main gezeigt. "Ich habe das Opfer bereits im Krankenhaus besucht und bin schockiert und wütend.

Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten und seiner Familie", erklärte sie am Samstagabend. Angesichts der sich häufenden Gewaltakte gegen Minderheiten "muss man sich fragen, ob die Diskussion um 'No-Go-Areas' zwischenzeitlich nicht auch auf andere Teile in der Bundesrepublik als nur den Osten ausgeweitet werden muss", sagte sie weiter.

Der Vizepräsident des Zentralrats und Vorsitzende der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, Salomon Korn, warnte vor voreiligen Schlussfolgerungen, denn die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Derzeit deute "alles auf eine spontane und zufällige Tat hin und nicht auf einen gezielten Anschlag", sagte Korn. Dies mindere aber in keinster Weise "die Schwere des Verbrechens".

Der zweite Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, erklärte, "zwar mag es sich nach den ersten Erkenntnissen um eine Spontantat handeln, aber die Saat für solche Motive werden von Hasspredigern auch in islamischen Gemeinden in Deutschland gelegt". Führende Vertreter muslimischer Verbände müssten sich fragen lassen, "was sie konkret gegen Hassprediger und die wachsende Radikalisierung unter jungen Muslimen unternehmen", sagte er weiter.

Der 42-jährige Rabbiner war am Freitagabend auf offener Straße in Frankfurt von einem Unbekannten niedergestochen und schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei sprach er das Mitglied der jüdischen Gemeinde in "arabisch klingenden Worten" an. Als das Opfer, das die Worte nicht verstand, nachfragte, habe der Täter in Deutsch eine Todesdrohung ausgesprochen und mit einem Messer einmal auf ihn eingestochen. Die Polizei geht bisher davon aus, das Täter und Opfer zufällig aufeinandertrafen. Die Fahndung blieb zunächst erfolglos.

Quelle: afp

 
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