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Zentralrat der Juden: Knobloch verzichtet auf zweite Amtszeit

VON LOTHAR SCHRÖDER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 07:25

(RP). Sie war die erste Frau in diesem bedeutsamen Amt und wird voraussichtlich die letzte sein, deren Amtsführung noch verbunden ist mit persönlichen Erfahrungen der Judenverfolgung im "Dritten Reich": Denn nach Informationen der "Zeit" will Charlotte Knobloch (77) auf eine zweite Amtszeit als Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland verzichten und daher bei den Wahlen im kommenden November nicht mehr kandidieren.

Charlotte Knobloch nimmt Hans-Werner-Sinns Entschuldigung an. Foto: ddp, ddp

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Knobloch gestern, dass sie sich an den derzeitigen "Spekulationen nicht beteiligen" wird. "Meine Amtszeit läuft bis November." Dennoch werde sie nach eigenen Worten in Kürze mit den zuständigen Gremien Gespräche führen. Aus Kreisen des Zentralrates wurde verlautet, dass Knobloch schon am kommenden Sonntag das Direktorium sowie die Vertretungen der Landesverbände unterrichten wolle.

Als möglicher Nachfolger ist der 1950 in Israel geborene Dieter Graumann im Gespräch; er ist neben Salomon Korn einer der beiden Stellvertreter von Knobloch. Ihr Rückzug sei durchaus verständlich, sagte gestern Professor Julius Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums. "Sie hat wohl die Nase voll von all den Streitereien im Zentralrat", so Schoeps, der ein Ende ihrer Amtszeit grundsätzlich bedauert.

Charlotte Knobloch, 1932 in München geboren, überlebte die Nazizeit bei einer katholischen Familie in Franken, die sie als ihr uneheliches Kind ausgab. Sie ist seit 25 Jahren Präsidentin der Jüdischen Kultusgemeinde in München und seit 2005 auch Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses.

Quelle: RP

 
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