Umfrage: Koalition acht Prozent hinter Rot-Rot-Grün
zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 10:32Hamburg (RPO). Gut 100 Tage nach ihrem Amtsantritt stürzt die schwarz-gelbe Koalition in den Umfragen immer tiefer ab. Die FPD erreicht mittlerweile nur noch acht Prozent. Die Bürger geben den Bundesministern der Liberalen immer schlechtere Noten. Und die Union kann auch nicht gegenhalten. CDU und CSU sacken auf 34 Prozent weiter ab.
In der jüngsten Forsa-Erhebung für "Stern" und RTL lag die FDP am Mittwoch schon acht Prozentpunkte hinter den Oppositionsparteien SPD, Linke und Grüne. Gegenüber der Vorwoche erlitten sowohl die CDU/CSU als auch die FDP Einbußen, während die Grünen auf den Rekordwert von 17 Prozent zulegen konnten.
Die Unionsparteien sackten im "Stern"/RTL-Wahltrend um zwei Punkte auf 34 Prozent ab, die FDP fiel um einen Punkt auf 8 Prozent. Für die SPD würden sich der Umfrage zufolge unverändert 22 Prozent der Wähler entscheiden. Die Grünen klettern erneut um einen Punkt und erreichen mit 17 Prozent ein neues Umfragehoch. Die Linke steht wie schon seit Jahresbeginn stabil bei 11 Prozent. Sonstige Parteien kämen bei den 2.501 Befragten auf zusammen 8 Prozent (plus zwei).
Gemeinsam hätte Schwarz-Gelb damit nur noch 42 Prozent der Stimmen und liegt damit 8 Punkte hinter SPD, Grünen und Linken mit zusammen 50 Prozent. So schlecht standen Union und FDP bei der Forsa-Wochenumfrage für "Stern" und RTL zuletzt vor achteinhalb Jahren im Herbst 2001, als sich die Bevölkerung nach den Terroranschlägen von New York stark hinter die damalige rot-grüne Regierung Gerhard Schröder/Joschka Fischer stellte.
Im Gespräch mit dem "Stern" zeigte sich FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki extrem besorgt über den Zustand seiner Partei und ihre schlechten Umfragewerte. "Wir erleben derzeit eine gewisse Auflösung der Ordnung der FDP", sagte der FDP-Fraktionschef im Kieler Landtag laut Vorabmeldung. Die Kampagne für die Steuersenkungen nannte Kubicki "völlig missglückt". Die Partei sei "oft sprachlos", es gebe "keinen, der die Botschaften zusammenbindet". Auch der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt sagte dem Hamburger Magazin: "Die Partei ist in einer ausgesprochen schwierigen Lage."
Niebel weit hinter Leutheusser-Schnarrenberger
In einer weiteren Forsa-Umfrage für den "Stern" unter 1.005 Befragten erhielten die Bundesminister der Liberalen schlechte Noten. Am besten schnitt noch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ab, mit ihrer Arbeit sind 37 Prozent zufrieden, 63 Prozent finden sie nicht gut. Mit Außenminister Westerwelle sind nur 35 Prozent zufrieden, mit Gesundheitsminister Philipp Rösler 27 Prozent, mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle 26 Prozent. Auf die größte Ablehnung stößt Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, dem 85 Prozent der Befragten eine schlechte Note gaben.
Von 514 befragten FDP-Wählern gaben zwei Drittel an, ihre Erwartungen an die Freien Demokraten seien enttäuscht worden. 40 Prozent sagen, sie hätten die FDP falsch eingeschätzt und kritisieren deren "Klientelpolitik". Kritisiert wurde auch eine unrealistische Haltung in der Steuer- und Finanzpolitik.
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