80.000 Schulabbrecher jährlich: Koalition einig über Rechtsanspruch auf Hauptschulabschluss
zuletzt aktualisiert: 19.05.2008 - 15:10Berlin (RPO). Künftig sollen alle Bundesbürger einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss haben. Immerhin 80.000 Menschen verlassen die Schule jährlich ohne Abschluss. Ihr Armutsrisiko ist besonders hoch.
Die Bundesbürger sollen künftig einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss haben. Darauf haben sich die Fachminister der Koalition verständigt, wie Bundesarbeitsminister Olaf Scholz am Montag mitteilte. Scholz begründete das bei der Vorlage des Regierungsentwurfs zum Armutsbericht in Berlin unter anderem damit, dass das Armutsrisiko bei Menschen ohne Schulabschluss besonders hoch sei.
Die Quote derjenigen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, steige nach wie vor, sagte der SPD-Politiker. "Ich mache nicht mehr mit bei der Aussage, dass wir nicht genug Geeignete haben", um die beruflichen Herausforderungen der Zukunft zu meistern, erklärte er. "Was wir in der Bundespolitik tun können", werde getan.
Auch das SPD-Präsidium traf am Montag einen entsprechenden Beschluss. Neben Alleinerziehenden seien vor allem Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss von Armut betroffen, sagte Generalsekretär Hubertus Heil nach der Sitzung. "80.000 Menschen verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Das ist programmierte Armut." Ein Rechtsanspruch, den Hauptschulabschluss mit Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit nachzuholen, erhöhe ihre Chance auf eine Integration in den Arbeitsmarkt.
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