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Maßnahmenkatalog: Koalition geht Managern an die Gehälter

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 - 20:16

Berlin (RP). Aktienoptionen von Konzernvorständen sollen künftig erst nach vier Jahren eingelöst werden. Die SPD will außerdem Managergehälter deckeln, deren Unternehmen staatliche Hilfen bekommen.

Die große Koalition hat sich offenbar auf wesentliche Maßnahmen geeinigt, mit denen die Vergütung der Manager in Deutschland beschnitten werden sollen. "Union und SPD müssen sicherstellen, dass in Zukunft die Anreize bei Managergehältern mehr langfristige Überlegungen im Auge haben", sagte der Unions-Finanzexperte Otto Bernhardt.

In einem Beschlussentwurf für die seit dem Frühjahr tagende Koalitionsarbeitsgruppe schlägt er eine Änderung des Aktienrechts vor. Demnach sollen Manager Optionen auf eigene Aktien nicht wie bisher nach zwei Jahren, sondern erst nach vier Jahren einlösen können. So sollen Spekulationen vermieden und der langfristige Erfolg eines Unternehmens bei der Bezahlung der Manager stärker berücksichtigt werden.

"Das tragen wir mit", erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Poß. Künftig soll außerdem der gesamte Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmens über die Vorstandsvergütung entscheiden. Bisher ist das meist einem Sondergremium unter Ausschluss der Arbeitnehmervertreter vorbehalten. Einen Koalitionsbeschluss gibt es noch nicht, doch rechnen führende Unions- und SPD-Politiker mit einer Einigung bis Jahresende.

"In die Sache ist Bewegung gekommen", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Bei der Begrenzung des Steuerabzugs für Managergehälter auf eine Million Euro kann sich die SPD indes nicht durchsetzen. Die Union lehnt das ab.

Die SPD will außerdem die Bezüge von Firmenchefs gesetzlich deckeln, deren Unternehmen staatliche Hilfen beziehen. "Keine Leistung ohne Gegenleistung sollte nicht nur für Banken, sondern für alle Branchen gelten", so Poß gegenüber unserer Redaktion.

Im Gespräch ist, dass Manager maximal das Sechsfache der höchsten Besoldungsstufe im öffentlichen Dienst verdienen dürfen. Das wäre eine Höchstgrenze von rund 500.000 Euro pro Jahr. In der Praxis würde das beispielsweise bedeuten, dass Vorstandschefs von Automobilunternehmen, für die derzeit ein Milliardenschweres staatliches Hilfsprogramm aufgelegt wird, ihre Bezüge um bis zu 85 Prozent kürzen müssten.

Die Gewerkschaften begrüßten gestern die Überlegungen der Koalition. Auch Ex-Industrieverbandschef Hans-Olaf Henkel hält eine Begrenzung der Managergehälter für "angemessen".

Quelle: RP

 
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