Kritik an Umgang mit "Sommerfest-Geldern": Köhler will Sponsoren nicht nennen
zuletzt aktualisiert: 27.06.2007 - 16:58Hamburg (RPO). Bundespräsident Horst Köhler (CDU) ist wegen seines Umgangs mit Sponsorengeldern kritisiert worden. Offenbar weigert sich Köhler, die Namen aller Sponsoren offen zu legen, die im Jahr 2006 sein Sommerfest finanzierten.
Dies zumindest berichtet das Hamburger Magazin "Stern". Weil die Geber ihre "Zustimmung" verweigert hätten, hält Köhler unter anderem den Namen eines Gönners unter Verschluss, der laut offizieller Liste Sponsoring im Wert von 25.000 Euro leistete. Zu den vom Präsidialamt offiziell genannten Sponsoren des Sommerfestes im Jahr 2006 gehörten Dresdner Bank und der Energiekonzern Vattenfall mit je 50.000 Euro.
Die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linkspartei) kritisierte Köhlers Weigerung, alle Sponsorennamen zu nennen. "Das hat mehr als ein Geschmäckle", sagte sie. "Man könnte den Eindruck haben, Repräsentanten des Staates seien käuflich."
Auch die Bundesregierung wurde beim G8-Gipfel angeblich in größerem Umfang von Sponsoren unterstützt. Die Firmen Alcatel-Lucent und Nextiraone stellten dort "Hard-ware für Telekommunikationsdienste" im Wert von 142.894 Euro zur Verfügung. Bereits zuvor ließ sich Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) von BMW den 34.000 Euro teuren Fahrdienst bei den Klimaschutz-Beratungen der G8-Umweltminister im März in Potsdam sponsern.
Und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erlaubte den Kraftwerksbetreibern Vattenfall und RWE eine sogenannte "Kraftwerkskonferenz" der G8-Minister im Wert von 9.000 Euro zu unterstützen.
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