Altkanzler Helmut Kohl ist in Stuttgart erstmals seit seinem schweren Sturz wieder öffentlich aufgetreten. Anlass: die Auszeichnung mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis.
An seiner Seite sitzt seine Ehefrau Maike Richter. Vor einem Jahr hatten die beiden geheiratet. Rechts neben dem Altkanzler: Joachim Milberg, ehemaliger BMW-Chef.
Kohl sitzt in einem Rollstuhl. Seine Ärzte hatten nach der beim Sturz erlittenen schweren Verletzung mit nichts anderem gerechnet.
Ein Helfer schiebt den Altkanzler im Rollstuhl auf die Bühne.
Fast ohne Regung nimmt er den Hanns-Martin-Schleyer-Preis der gleichnamigen Stiftung entgegen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (rechts) hilft seinem Parteifreund beim Umblättern des Redemanuskripts.
Für seine fünfminütige Rede erhielt Kohl großen Applaus.
Sein Gesicht hat sich verändert. Es scheint weicher geworden, die Haare sind lichter.
Claude Juncker, Ministerpräsident von Luxemburg, preist ihn: "Kohl ist das Gesicht Europas für viele Menschen in der Welt." Kohl blickt zu ihm auf.
Kohl scheint den Auftritt in manchen Momenten zu genießen. gelegentlich huscht ein Schmunzeln über sein Gesicht.
Auftritte in der Öffentlichkeit werden vorerst eine Öffentlichkeit bleiben. Die Ärzte haben dem 79-Jährigen Schonung auferlegt.
Ob sich Helmut Kohl jedoch die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls entgehen lassen wird? Es wäre ihm zu gönnen.
Kohl verlässt den Saal. Die Füße hat er angehoben, die Hände sind ineinander gelegt.