Vorsitzender der Türkischen Gemeinde: Kolat für türkischstämmigen Bundespräsidenten
zuletzt aktualisiert: 21.05.2009 - 10:47Berlin/Köln (RPO). Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, hält die Wahl eines türkischstämmigen Bundespräsidenten grundsätzlich für denkbar. Bis dies geschehe, werde es allerdings noch "sehr lange dauern", sagte Kolat.
Zunächst sollte es darum gehen, in Deutschland "den ersten türkischstämmigen Minister oder Staatssekretär zu bekommen", äußerte sich Kolat gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Dies könne bereits nach der Bundestagswahl im September der Fall sein.
Kolat mahnte: "Es sollte möglich sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund höhere Ämter bekleiden." Dies könne "die Identifikation mit dem Staat stärken und die Menschen sehr viel mehr an Deutschland binden".
Kolat betonte mit Blick auf die Präsidentenwahl am Samstag, die SPD-Kandidatin Gesine Schwan sei sicherlich "näher an den Forderungen der türkischen Minderheit in Deutschland dran". Er achte aber auch den Amtsinhaber Horst Köhler sehr. Kolat fügte hinzu: "Mit beiden kann ich gut leben - aber irgendwann sollte es auch eine Frau als Bundespräsidentin geben."
Der Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, Ali Kizilkaya, äußerte die Hoffnung, dass der künftige Bundespräsident stärker als bisher auf die Muslime zugeht. Der Kontakt müsse vertieft werden - unabhängig vom Ausgang der Präsidentenwahl am Samstag. Kizilkaya fügte in einem ddp-Interview hinzu, ein Staatsoberhaupt könne "wirklich Zeichen setzen bei der Anerkennung der muslimischen Bürger und alle Menschen zusammenbringen".
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