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Kolumne: Hier in NRW
Ich sag' dann mal Tschüss

Düsseldorf. Die Reaktionen unserer Leser auf diese erstmals 2012 erschienene Kolumne reichten von großer Zustimmung bis hin zu massiver Kritik. Zeit für eine Bilanz. Von Detlev Hüvel

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die neue NRW-Regierung steht. Sie wird ihre Versprechen einhalten und vor allem bei Bildung und innerer Sicherheit liefern müssen. Daran wird sie in spätestens fünf Jahren von den Bürger gemessen werden.

Natürlich wird sich die Kolumne "Hier in NRW" auch in Zukunft mit der Landespolitik und den Menschen in diesem Land befassen. Für mich, der ich morgen in den Ruhestand wechsle, ist es allerdings die letzte Kolumne. Deshalb will ich ausnahmsweise mal einen Blick zurückwerfen auf das, was Sie, liebe Leser, mir in den letzten Jahren geschrieben haben.

Große Zustimmung gab es immer dann, wenn die Höhe der Ministerpensionen, die Aufblähung des Düsseldorfer Landtags oder die Vielzahl der Bundesländer aufgespießt wurden. Ähnlich waren die Reaktionen auf Kolumnen gegen das Küken-Schreddern, gegen übertriebene Nacktheit auf der Theaterbühne und für die Videoüberwachung neuralgischer Punkte im öffentlichen Raum. Auf überwiegend positives Echo stieß auch mein Einwand, dass ich in den qualifizierten Förderschulen keine Diskriminierung von Kindern mit Handicaps erkennen kann, gegen die sich die UN-Konvention zu Recht auflehnt.

Viele Leser stimmten auch der Kolumne zu, die sich gegen Missstände beim Einsatz von Gülle auf den Feldern wandte. Gewiss: Gülle ist ein wertvoller Naturdünger, aber es gibt offenbar Regionen bei uns im Land, wo des "Guten" zu viel getan wird.

Viele Kritik bekam ich für meinen Vorschlag zu hören, das Sonntagsfahrverbot für Lkw aufzuheben. Ich finde es bizarr, dass die Laster sonntags nicht rollen dürfen, obwohl es kaum Berufsverkehr gibt. Doch in etwa 95 Prozent der Zuschriften wurde das Verbot verteidigt.

Und was ein Shitstorm ist, weiß ich spätestens, seit ich in einer Kolumne die Haushaltslage von Monheim und Langenfeld verwechselt habe. Zu Recht sind die Monheimer stolz auf die Schuldenfreiheit ihrer Stadt.

Zum Schluss doch noch ein Wort zur aktuellen Lage in NRW: Respekt vor Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die noch am Wahlabend den SPD-Landesvorsitz niedergelegt hat. Honorig auch die Ankündigung ihrer Stellvertreterin Sylvia Löhrmann, auf ihr Landtagsmandat zu verzichten, um Jüngeren den Weg freizumachen. Der Chef der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Römer, der schon 70 ist, scheint dagegen auf seinem Sessel zu kleben. Dafür muss man nicht unbedingt Verständnis haben. Wann, wenn nicht jetzt, ist bei den Sozialdemokraten die Zeit reif für einen Neuanfang? Ich jedenfalls, der ich bald 66 werde, sage ganz entspannt "Tschüss".

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Quelle: RP
 
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