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Kolumne: Hier in NRW
Minister schießt daneben

Kolumne: Hier in NRW: Minister schießt daneben
FOTO: Ronny Hendrichs
Düsseldorf. Hendrik Wüst hat Probleme beim Jagen. Wurden ihm Platzpatronen untergejubelt? Von Thomas Reisener

Verkehrsminister Hendrik Wüst (42, CDU) ist Jäger. Er hätte auch Segler werden können - seine förderbereiten Eltern stellten ihn vor die Wahl. Aber als der schon damals kühl kalkulierende Hendrik seine eher ländliche Heimat bei Bocholt analysierte, sah er mehr Wälder als Seen - und entschied sich für die Jagd.

Kürzlich soll Wüst ein waidmännisches Missgeschick passiert sein. Gleich zwei Mal habe er bei der Wildschweinjagd angelegt - und den rennenden Eber mit beiden Schüssen verfehlt, so berichtet ein Zeuge. Was Besorgnis und Trost zugleich auslöst. Trösten kann man sich damit, dass das jagdliche Missgeschick der Regierenden heutzutage ja nicht mehr zu knurrenden Mägen bei den Untertanen führt. Die zentraleren Regionen des Landes, auch Bocholt, sind inzwischen mit Supermärkten versorgt.

Beunruhigend ist hingegen, dass Wüsts Kabinettskollegin Christina Schulze Föcking (CDU) als Landwirtschaftsministerin gerade den Massenabschuss von Wildschweinen in Erwägung zieht: Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Richtung Deutschland aus und bedroht die heimische Schweinezucht mit Milliardenschäden. Wildschweine sind die Wurzel des Übels. Aber was soll aus dem Plan werden, wenn selbst passionierte Jäger wie Wüst ihre Ziele so hartnäckig verfehlen?

Pech mit der Jagd hatte schon Wüsts Amtsvorgänger Oliver Wittke. Er tappte vor Jahren auf dem Rückweg vom Jagdausflug selbst in die Falle. Eine Radarfalle, um genau zu sein, die ihn den Führerschein kostete.

Vielleicht ist die Sorge um die Zielerreichungsquoten des jagenden Verkehrsministers unbegründet. Möglicherweise haben seine Jagdkameraden ja aus Sorge um ihn und sich nur die Munition ausgetauscht. Wie erst kürzlich sein Rückzieher bei der Abschaffung des Sozialtickets zeigte, schießt Wüst ja auch schon mal mit Platzpatronen.

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