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Kolumne: Mit Verlaub!
Wer bleiben will, muss sich anpassen

Kolumne: Mit Verlaub!: Wer bleiben will, muss sich anpassen
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Düsseldorf. Wahrheit und Klarheit made in Australia: Ex-Premier Julia Gillard sprach aus, was auch viele in Europa und Deutschland über die Pflicht zur Integration von Zuwanderern denken. Von Reinhold Michels

Update vom 28. August 2016: Leider lässt sich nicht belegen, dass die hier zitierten Aussagen tatsächlich von Julia Gillard stammen. Hier lesen Sie eine ausführliche Stellungnahme der Redaktion.

Vor Kurzem strahlte der WDR einen feinen Film über New York City als gastronomische Weltmetropole aus. Immer wieder kamen Menschen zu Wort, die sich in der Stadt als zugewanderte Hotel- und Restaurantfachleute durchgesetzt, manchmal bis ganz nach oben gekämpft haben. Besonders bemerkenswert war die Story eines Waldorf-Astoria-Küchenchefs mit sizilianischen Wurzeln, der vor 15 Jahren aus dem Ruhrgebiet ohne jede Englisch-Kenntnisse nach New York gekommen war.

Heute, so sagte er, sei Englisch seine Hauptsprache. Die anderen im Film Gezeigten, die junge Weinexpertin aus Sachsen, der Sternekoch aus Oldenburg, der Restaurantbetreiber aus dem Schwarzwald – sie alle verkörperten vorbildlich die Allerwelts-Weisheit, die auch unsere Einwanderer immer wieder hören: "Lernt so schnell und gut wie möglich Deutsch, das ist der Zentralschlüssel zur Integration."

Vor wenigen Tagen schickte mir ein früherer Bundestagsabgeordneter eine forsch-fulminante, im Internet rasch verbreitete Rede der früheren Premierministerin Australiens, Julia Gillard. Machen wir es kurz: Die Rede mit der Überschrift "Einwanderer, nicht Australier müssen sich anpassen, akzeptieren sie es oder verlassen sie das Land!" ist nichts für Romantiker; aber sie ist vielleicht gerade deshalb vernünftig. An einer Stelle heißt es bei Julia Gillard noch vorsichtig: "Wenn ihr Teil unserer Gesellschaft werden wollt, lernt unsere Sprache." An anderer Stelle klingt es kantiger: "Das ist unsere Nation, unser Land und unser Lebensstil, und wir räumen euch jede Möglichkeit ein, all die Errungenschaften mit uns zu genießen und zu teilen."

Sodann wird Gillard resolut: "Aber wenn ihr euch ständig beschwert, Mitleid sucht, unsere Fahnen verbrennt, unseren Glauben verachtet, unseren Lebensstil verurteilt, dann ermutige ich euch, einen Vorteil unserer großartigen australischen Demokratie und Gesellschaft zu nutzen: das Recht, das Land zu verlassen."

Update vom 28. August 2016: Leider lässt sich nicht belegen, dass die hier zitierten Aussagen tatsächlich von Julia Gillard stammen. Hier lesen Sie eine ausführliche Stellungnahme der Redaktion.

Entscheiden Sie selbst: Ist das die Mehrheitsmeinung der Deutschen? Ich glaube, die Antwort fällt leicht.

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